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~ Tiere als Lehrer ~

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Tiere als Lehrer

Unsere Tiere sind Lehrer. Da sage ich wohl den meisten Tiermenschen nichts Neues. Unsere Tiere sind mehr als nur Tiere oder Familienmitglieder, Seelentröster, Einsamkeitsvernichter, Gesprächspartner, Geheimnisträger, Kuschelpartner oder „Kinderersatz“, sie sind Lehrer.

Von Katzen kann man im Allgemeinen die Unabhängigkeit lernen, von Hunden die Treue und von Pferden die Wildheit. Man kann ihre Bedeutung auch als Krafttier nachlesen um mehr zu erfahren, aber vor allem können wir ganz individuell unsere eigenen Tiere betrachten und beobachten. Ein Beispiel: Meine Frau Lucy Lou möchte aktuell besonders viel kuscheln. Sobald ich auf meinem Sofa sitze kommt sie und will sich auf mich legen. Nähe ist ihr gerade sehr wichtig und dabei holt sie sich auch direkt etwas Energie ab. Nun öffnete ich heute nach dem Aufstehen die Balkontür, denn Romero wollte raus, die Sonne schien und gelüftet werden muss ja auch. Aber ich musste sehr dringend auf die Toilette. Das fand sie weniger toll, denn sie wollte jetzt sofort kuscheln. Meine Frau Lucy Lou ist nun 13,5 Jahre und hat schwere Arthrose in der Hüfte, aber das hinderte sie nicht daran erst auf den Badewannenrand zu springen, wobei sie hier sehr wackelte, um dann ins Waschbecken und von dort aus auf meinen Schoß zu klettern und endlich die Kuscheleinheit zu bekommen, die sie jetzt sofort und auf der Stelle brauchte. Ok, das Ganze dauerte nur 30 Sekunden, denn Romero tobte durch die Wohnung und sie musste nachsehen was er da wieder anstellte, aber sie hatte den Willen sofort eine Kuscheleinheit zu bekommen und sie hat alles getan um diese zu bekommen. (kurze Anmerkung: auf meinen Schoß schafft sie es nicht mehr direkt zu springen, ohne dass meine Haut danach in Streifen herunterhängt) Dieses „ich will jetzt etwas und ich hole es mir“ ist für mich eine super Lektion. Da zeigt sie mir mal wieder, was ich nicht kann und tu. Sie steht für sich ein und weiß was sie braucht. Ich dusseliger Mensch hingegen bin nachsichtig und rücksichtsvoll und ja nicht zu aufdringlich. NEIN, ich darf also auch mal nehmen was ich brauche. Und genau solche Lektionen haben unsere Tiere immer wieder für uns parat. Matilda, die Huskyhündin meines Liebsten z.B. zeigt mir im Moment wie großartig Schnee ist und wie viel Spaß man haben kann. Ich als Augustkind bin nicht so ein riesen Schneefan, aber ich liebe es sie dabei zu beobachten und das steckt an. Herr Romero zeigt mir was bedingungslose Liebe ist und dass einfach alles im Leben toll sein kann, ob das Klingeln der Tür, denn das heißt ja, dass jemand kommt oder das frisch aufgefüllte Katzenklo, jeder Sonnenstrahl muss ausgiebigst genossen werden und eigentlich gibt es auch gar keinen schlechten Tag.

Wenn wir uns für unsere Tiere öffnen und abseits unserer Bedürfnisse sie beobachten, dann werden wir feststellen, dass sie unsere Lehrer sind. Und wenn sie dann eines Tages gehen, dann werden wir uns an die Lektionen erinnern und sie leben. Das ist das größte Geschenk, was wir ihnen machen können, denn das zeigt ihnen, dass sie ihre Aufgabe bei uns gut gemacht haben.

Haltet also die Augen und das Herz offen.

Herzensgrüße, eure Kerstin

P.S.: Meine Lucy ist nicht so ein Fan von mir als Fotograf. *lach*