Wenn ich einen Fragesticker in meine Story auf Instagram packe, dann wird mir immer wieder die Frage gestellt, wie mein Alltag aussieht, welche Rituale ich täglich mache, wie viel ich meditiere, wie oft ich schamanisch reise, wie oft ich räuchere etc. Spiritualität und Alltag sind ein großes Thema. Und nun führte ich ein interessantes Gespräch darüber … deswegen dieser Blogbeitrag.
Wie lebt und integriert man Spiritualität im Alltag?
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Für mich ist Spiritualität keine Momentaufnahme, nicht das Anzünden eines Räucherstäbchens und 20min meditieren. Es ist auch nicht das schamanische Reisen oder das Rituale machen. Spiritualität ist für mich mein Leben. Eine Lebenseinstellung.
Und ich bin absolut nicht perfekt darin. Das ist auch nicht mein Streben. Ich vergesse auch Dinge … mal meine Erdung, mal mein Schutz, mal meine bewusste Atmung, mal das einfach nur beobachten und sein und noch so vieles mehr. Auch ich tappe immer wieder ins Funktionieren und ins Hamsterrad. Und das ist menschlich.
Für mich ist Spiritualität, Bewusstsein und Achtsamkeit. Ganz unabhängig von Ritualen und spirituellen Praktiken.
Wenn ich am Morgen wach werde, dann spüre ich in mich hinein und schaue, wie es mir geht und was ich gerade brauche. Ok, bei der aktuellen Hitze ist da die Müdigkeit präsent und der Gedanke “Schnell noch alle anderen Fenster aufreißen, um so viel der kühlen Luft in die Dachgeschosswohnung zu lassen, wie nur möglich.”. Und danach spüre ich die kühle Luft, ob ein Windhauch geht, wie sich meine Hände und Beine anfühlen – sind sie geschwollen von der Wärme oder noch ok …
Spiritualität hat für mich viel mit Beobachten und Wahrnehmen zu tun. Da ist keine Bewertung und kein Müssen. Ich finde 20min meditieren ebenso spirituell, wie 20min bewusst etwas Schönes für mich zu kochen. Selbstfürsorge ist höchst spirituell in meinen Augen, denn es geht darum, was ich fühle und brauche. Ich folge damit einer Energie – meiner Energie.
Wir haben nur durch die Medien ein Bild von Spiritualität erhalten, was ich wirklich grenzwertig finde. Da wird über das Alter der Seele spekuliert, Rituale im Schnellverfahren geteilt, gesagt, dass Heilsteine zerbrechen sobald jemand in deiner Nähe ist, ein Migräneanfall wird als böser Blick oder Fremdenergie gewertet und die Anzahl der Leberflecke verrät wie oft du schon gelebt hast … … ? WHAT ?
Ich frage mich immer wieder, wo der gesunde Menschenverstand bleibt, denn spirituell zu sein bedeutet nicht, dass ich alles nur energetisch etc. betrachte. Es bedeutet zu beobachten, wahrzunehmen und zu reflektieren.
Ja, tatsächlich gehört Reflektieren zur Spiritualität. Und zu reflektieren bedeutet, dass ich etwas wahrnehme und es auf vielen Ebenen betrachte und meine eigene Wahrheit finde. Und dazu gehört auch, mich zu fragen, ob mir da eventuell Mist erzählt wird und ob das, was mir da gezeigt / erzählt wird, vielleicht eine psychologische Masche ist, denn z.B. Drama verkauft sich gut, erhält viele Likes und Kommentare. Ein “Ich wurde mit einem bösen Blick getroffen und Fremdenergien haften an mir, deswegen geht es mir so schlecht.” erzielt mehr Reichweite als ein “Es ist so warm, ich habe zu wenig getrunken und deswegen habe ich Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen.”. Das gilt im Übrigen auch für den Verkauf von Seminaren und Workshops.
Mich wundert es nicht, dass spirituelle Menschen (wie ich) schräg angeschaut werden. Ich sehe die Entwicklung und bin sprachlos. Und wenn ich merke, wie ich darüber werte und den Kopf schüttel (denn ich bin nur ein (spiritueller) Mensch, der auch Gedanken hat und wertet), dann mache ich mir bewusst, dass ich nur mein Leben und meine Wahrheit teilen kann, und die anderen Menschen ihre Wahrheit teilen und dass jeder für sich seinen Weg finden darf … und ja, dazu gehören Irrtümer und Scheitern … und ganz viel lernen, entwickeln und verändern. Ich habe so viele Fehler gemacht und bin so oft gefallen und hab Mist gebaut. Es gehört zum Mensch-sein einfach dazu.
Und sind wir doch mal ehrlich … den eigenen Weg zu finden ist echt nicht so einfach. Und ja, auch den Weg zwischen Mensch-Sein und Spiritualität zu finden, ist eine Gratwanderung mit vielen Abstürzen und wieder Aufstehen und Wandlungen.
Einen großen Fehler (meiner Meinung nach), habe ich viele Jahre in der Tierkommunikation gemacht. Denn ich war lange Zeit zu sehr mit dem Higher Self der Tiere verbunden, anstatt mit der inkarnierten Seele und dem Körper. Dadurch kamen höchst spirituelle Tierkommunikationen zustande, die echt toll waren und inspirierend, aber weder Mensch noch Tier ehrlich und geerdet geholfen haben. Im Hier & Jetzt war es keine Hilfe.
Auch habe ich eine Zeit lang viel zu viele schamanische Reisen unternommen und meine Krafttiere, Geisthelfer und Ahnen um Rat gefragt. Ich habe beinahe meine Verantwortung für Entscheidungen abgegeben. *seufz* Da entwickelt sich das Leben nicht weiter und das, was man will, zieht man dann auch nicht unbedingt ins Leben.
Manifestieren – schön und gut – aber man muss sich auch bewegen und handeln.
Die Gedanken quälen dich? Dann lerne sie aufzudecken und zu überprüfen, um wirklich nachhaltig dein Mindset zu ändern.
Ich habe all diese Fehler ^^ gemacht und auf die harte Weise gelernt. Danke.
Danke, dass ich mir all den Stress gemacht habe, immer wieder zusammengebrochen bin und aufgeben wollte, und doch weitergemacht habe.
Danke, dass ich meinen Weg gefunden habe und immer wieder neu entdecke und mich dafür entscheide. Denn glaub mir, einmal angefangen etwas zu sehen … das geht nie mehr weg. Ganz gleich ob es die eigenen Gedanken sind, die blinden Flecken anderer oder Energien etc. Wenn du einmal etwas erkennst und deine Augen dafür geöffnet hast, kannst du sie nicht mehr schließen. Und wer einmal begonnen hat, den Weg der Heilung zu gehen, der kann ihn auch nicht mehr verlassen, weil sich dann immer mehr zeigt … und auch wenn es hart ist, so ist es ein sehr wichtiger Weg und für die Menschheit ein Liebesdienst. Danke, dass du ihn gehst.
Ich liebe die Spiritualität. Ich durfte nur in all den Jahren lernen, was Spiritualität für mich wirklich bedeutet und wie ich sie im Alltag authentisch lebe.
Heute mache ich weniger. Ich räuchere weniger und nicht mehr so intensiv wie früher. Ich mache dann schamanische Reisen, wenn es mich wirklich ruft. Ich lasse mich mehr von meiner Energie führen, ohne aus Angst anzuhalten – ich überprüfe mehr, was hinter meinen Gefühlen steckt und ob es wahr ist oder Illusion. Ich erinnere mich selbst immer wieder daran, dass ich nichts weiß, denn ich bin nur ein Mensch mit den ganz normalen Blockaden, die eine Inkarnation mit sich bringt. Ich erinnere mich daran, dass ich für alles, was in meinem Leben ist, dankbar sein darf – für all die Nahrung, die ich zu mir nehmen darf, denn alles ist beseelt und so viele Menschen waren involviert, damit ich diese zu mir nehmen darf. (Nimm dir nur mal das Bsp. von einer Flasche Wasser und geh in Gedanken den Weg des Wassers und der Flasche bis zu dir – und sei dir bewusst, dass du ganz sicher irgendeinen Schritt vergisst.) Und ich erlaube mir alles hinschmeißen zu wollen und mich dann doch genervt wieder umzudrehen und weiterzugehen. Es ist ok, dass ich einfach Entscheidungen treffe ohne daraus direkt eine endgültige Lebensentscheidung zu machen. Jeder Weg hat Abzweigungen und wenn nicht, dann geh ich halt Querfeldein und erschaffe neue Wege.
Was ich aber hauptsächlich mache, ist mich als Mensch anzunehmen. Ich muss nicht die Spiritualität sein. Ich darf ein spiritueller Mensch sein. Das ist ein großer und sehr heilsamer Unterschied, der mir viel mehr Ruhe und Frieden bringt, denn ich darf mich irren, scheitern und Fehler machen, und mich immer wieder neu ausprobieren und dazulernen. Und das darfst du auch. Finde deinen eigenen Weg mit der Spiritualität im Alltag.
Was ist für dich Spiritualität?
Wie möchtest du sie leben?
Wie passt sie in deinen Alltag?
Und würde es auch eine Nummer kleiner und ruhiger gehen?
