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~ Seelenpflege, Seelenhygiene ~

~ Seelenpflege, Seelenhygiene ~

20210723 142150

Vor einer gefühlten Ewigkeit hatte ich schon einmal etwas über Seelenpflege, Seelenhygiene geschrieben. Ich weiß nicht mehr wie und was genau ich alles schrieb, aber heute ist es präsent und ich nehme dankbar diesen Impuls an.

Wir sind Menschen mit Gefühlen, Erlebnissen, Geschichte, Zukunft und den verschiedensten Themen und Problemen. All das gehört zu uns und je nach Tagesform kommen wir mit all dem besser oder nicht ganz so gut klar. Es gibt Dinge die uns gut tun und im Optimalfall kennen wir sie und wissen sie für uns zu nutzen – Musik, Tanz, Gespräche etc. Und manchmal nützt es uns nichts das absolute Gute-Laune-Lied aufzulegen und abzuzappeln. Manchmal müssen wir toben, wüten, weinen oder jammern. Das zu unterdrücken kann zu Bauchschmerzen, Verstopfung, Kopfschmerzen, Hautausschlag o.ä. führen. Etwas zu unterdrücken ist niemals gut. Es sammelt sich nur an und dann bricht es irgendwie aus uns hervor und bis es herausbricht staut es sich in unserem Körper an und führt zu Schäden oder gar Krankheiten. Genau deswegen gehört für mich jammern, wüten, weinen etc. zur Seelenpflege, Seelenhygiene. Manchmal muss dies einfach raus und dann ist Platz für Neues. Der einzige Knackpunkt an der ganzen Geschichte ist, dass wir Menschen bzw. viele Menschen das Jammern und das Dramatisieren richtig gut können. Wir sind da solche Profis drin, dass wir es gar nicht mehr merken. Wenn wir es übertreiben hat es nichts mehr mit Seelenpflege, Seelenhygiene zu tun, sondern wird zu einer Last und einem belastenden Muster.

Seelenpflege, Seelenhygiene bedeutet etwas bewusst zu tun und auszuleben, mit dem Wissen der Begrenztheit. D.h. es passiert etwas, wir wissen nicht weiter und kriegen die Krise, dann reden wir mit jemanden drüber und lassen das los, was uns belastet und danach schütteln wir uns wieder, richten uns auf und nehmen das „Problem“ in die Hand. Wichtig ist also bewusstes Handeln (wüten, toben, weinen, jammern etc.) und dies aber zeitlich begrenzt. Natürlich, wenn wir weinen, dann weinen wir, aber auch hier darf uns bewusst sein, dass dies enden „muss“, damit wir dann wieder in unsere Kraft kommen und weiterleben. So ein Bad im Sumpf kann nett sein und diese Auszeit darf man sich auch mal nehmen, aber jedes Bad hat ein Ende. Ich weiß, es klingt hart, aber wenn wir uns vor Augen halten, dass alles im Leben begrenzt ist, besonders unser eigenes Leben, dann erkennen wir, dass es sich nicht im Geringsten lohnt im Sumpf und Jammertal sitzen zu bleiben. Natürlich ist dies ein Lernprozess – wie alles im Leben. Am Anfang sagen wir uns heute Sumpf und morgen pack ich es an, und dann wird die Zeitspanne kürzer. Hierfür brauchen wir aber unsere Hilfsmittel, d.h. Musik, Kunst, Tanz, Menschen, Meditation, Natur etc. Und hier kommt mein Indiana Jones zum Vorschein – Abenteuer und Forschung. Was mir gut tut, was mir Kraft schenkt, was mich beruhigt und mit wem ich was teilen kann … das alles darf ich herausfinden und erforschen. Es gibt einfach Menschen bei denen kann man mal jammern ohne dass sie etwas dazu sagen. Sie nehmen das Gesagte und schicken es zur Heilung weg. Nicht jeder Mensch ist da dann gut für uns. So wie auch nicht jeder Mensch in der Lage ist zu trösten. Wir sind alle Individuen und das dürfen wir respektieren.

Seelenpflege, Seelenhygiene hat für mich auch viel mit Selbstliebe, Selbstfürsorge und Respekt vor mir selber zu tun. Wenn ich mich immerzu nur in den Po trete und antreibe, mir keine Pausen oder Sumpfphasen gönne, dann mache ich mich selber kaputt. Alles im richtigen Maß – sowohl das Antreiben als auch das Versumpfen.

Wie bei allem im Leben gibt es nicht DIE Formel die für alle passt, das müssen wir immer selber herausfinden. Seid einfach achtsam, bewusst, liebevoll und respektvoll zu euch.

Herzensgrüße, eure Kerstin