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~ Multitasking als Krankheit ~

~ Multitasking als Krankheit ~

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Eine harte Aussage. Multitasking als Krankheit.

Multitasking macht nicht nur krankt, für mich ist es zu einer Krankheit geworden, die Stress, Burnout und Überbelastung zur Folge hat.

Ich spreche so viel über Achtsamkeit, aber auch ich tappe immer wieder in die Multitaskingfalle. Wie sah denn mein Tag früher aus? Der Handywecker klingelte und wenn ich schon mal das Handy in der Hand habe, da kann ich doch noch während ich im Bett liege mal alle Apps, Profile und Nachrichten durchsehen. Und währenddessen stehe ich dann mit dem Handy in der Hand auf und mache den PC an, gehe dann auf die Toilette und sitze kurze Zeit später am PC um dann dort direkt alle Anfragen und Nachrichten zu beantworten und mir all das anzusehen, was ich am Handy übersehen hatte. Dann flitze ich kurz in die Küche, mache mir mein Frühstück zurecht, um es dann am PC zu inhalieren und gar nicht mitzubekommen, dass ich was zu mir genommen habe. Dann springe ich irgendwann unter die Dusche – natürlich ist dabei das Radio an und Nachrichten werden gehört oder ich höre Sprachnachrichten ab, damit ich dann wieder am PC sitze, schreibe und telefoniere. Während ich die Waschmaschine befülle oder Essen koche, kann ich Radio oder Sprachnachrichten hören und/oder auch telefonieren. Das ist ja nun wirklich nicht so wild. STOP!!! Das ist nicht gesund.

Mal im Ernst, mein Körper betreibt jede Sekunde schon Multitasking – atmen, Blut zirkulieren lassen, Herz schlägt, blinzeln, Muskeln bewegen, riechen, hören, fühle, schmecken. Muss ich da wirklich während ich telefoniere noch Beiträge schreiben, essen und Nachrichten sehen? Ich will das nicht mehr. Ich will das schon lange nicht mehr und ich habe wirklich hart an mir gearbeitet. Wenn ich Beiträge schreibe, dann schreibe ich Beiträge und dann läuft dabei keine Musik oder Fernseher. Wenn ich mir Sprachnachrichten anhöre, dann höchstens neben dem Abwaschen, wobei ich mir auch das abgewöhne. Was mir am aller schwersten fällt ist beim Abwaschen oder Staubsaugen nicht über Beiträge und Themen nachzudenken. Ich habe die unschöne Angewohnheit Blogbeiträge im Kopf zu schreiben, um sie dann später noch einmal am PC zu tippen. Auch das darf ich mir gern noch abgewöhnen. Ja, ein Tag hat nur 24h, aber ich muss und will nicht mehr alles zeitgleich machen und auch nicht alles so schnell wie nur irgendwie möglich bzw. so viel wie nur möglich. Entweder mache ich mir Frühstück oder ich telefoniere. Wenn ich esse, dann esse ich. Ich rieche, schmecke und fühle das was ich mir zubereitet habe. Diese Aufmerksamkeit habe ich nicht nur selber verdient, sondern dies haben auch die Lebensmittel verdient, die ich zu mir nehme und zubereitet habe. Bewusstsein und Achtsamkeit ist sooo viel mehr. Und ich werde weiter an mir arbeiten und zu all dem Multitasking, was mein Körper jeden Moment in meinem Leben macht, nur noch eine Sache hinzunehmen. Mehr ist nicht wichtig. Mehr ist nicht nötig. Alles verdient seine Zeit und alles verdient meine volle Aufmerksamkeit.

Ich weiß nicht, ob du dich in meinen Worten wiedererkennst. Vielleicht kennst du diesen Tagesablauf. Vielleicht bist du aber auch schon so bewusst und machst wirklich immer nur eine Sache. Vielleicht findest du auch Multitasking gar nicht schlimm und machst gern viele Dinge gleichzeitig. Ich weiß es nicht, aber ich habe für mich in all den Jahren gelernt, dass mir achtsam zu sein und bewusster zu leben ungemein geholfen hat und mein Leben schöner und entspannter sein lässt.

Ich würde mich sehr freuen, wenn wir in den Austausch kommen und du mir deine Gedanken mitteilst. Lasst uns voneinander lernen und neue Gedanken und Impulse kreieren. Wie lebst du? Wie erlebst du Multitasking? Wie fühlst du dich damit? Wo lebst du Achtsamkeit und Bewusstsein? Ich freue mich auf deine Gedanken.

Herzensgrüße, deine Kerstin