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~ ich bin … ich … Persönlichkeit, Macken und Veränderungen ~

~ ich bin … ich … Persönlichkeit, Macken und Veränderungen ~

Ich bin ich Kerstin Kochler

Ich bin ein Mensch. Ich bin kein Guru. Ich bin nicht perfekt. Ich bin kein Profi. Ich bin einfach nur ein Mensch der mittlerweile das Leben liebt und noch so einige Baustellen und Macken hat. *seufz* Und genau davon will ich heute einmal erzählen.

Neben dem Perfektionismus und meinem Hang alles irgendwie unter Kontrolle zu haben, ist ein großes Thema die Erreichbarkeit und das Helfen-wollen. Ich glaube noch immer, ich müsse immer erreichbar sein und so schnell wie möglich auf alles antworten und reagieren. Und dann kommt das Helfen-wollen noch dazu, d.h. eine jede Nachricht wird schnellst möglich beantwortet, damit ich für die Person da bin. In Kombination mit der Selbstständigkeit vielleicht auch irgendwie verständlich, aber … ich erzähl euch einfach mal von meinem bisherigen Tag. (jetzt ist es kurz nach 13Uhr)

Nach dem Aufstehen kurz nach 6 Uhr 30, der Toilette, dem Lüften und meinem ersten Tee hieß es „Guten-Morgen-Nachrichten“ schreiben. Ich liebe es meinem Partner, meinen Freundinnen und auch im Telegramkanal „Guten-Morgen“ zu sagen, aber das nimmt Zeit in Anspruch. Dann war in meiner FB-Gruppe Werbung aufgetaucht, die auch gelöscht werden musste, mit einem kurzen Vermerk und danach noch ein paar PNs beantworten. Es war dann 9Uhr als ich die Raubtiere fütterte und mir selber auch mal etwas zurecht machte. Nun kamen noch ein paar Reaktionen auf meine Antworten und auch ein paar Sprachnachrichten und dann hier und da noch was und schon war es nach 10.30Uhr und die Zeit ran. Ich musste mich beeilen, schnell duschen, Badeanzug an, alles zusammenpacken, das Fahrrad rausholen und los zur Wassergymnastik. Ich zog mir gerade vor der Wohnungstür meine Schuhe an (11.06Uhr) und band mir den Schal um, als ich sah, dass es wieder anfing zu regnen … und dann machte es endlich klick. ENDLICH! Ich habe keinen Bock mehr drauf mich abzuhetzen und für alle da zu sein und dabei mich und das was ich benötige (heute die Wassergymnastik) aus den Augen zu verlieren. Dafür kann niemand was und ich mache auch niemanden einen Vorwurf, denn das bin ich. Das ist ein riesiges Thema von mir. Als mir das bewusst wurde, dass ich gerade mal noch 15min Zeit hatte um das Rad aus dem Keller zu holen und zur Wassergymnastik zu fahren, zog ich die Notbremse … Schuhe aus und Schluss mit dem Stress. Ich rief an, entschuldigte mich und atmete endlich mal durch. Was zum Geier tu ich mir eigentlich immer wieder an? Wie oft war das schon so. Wie oft klingelte noch kurz vor knapp das Telefon und ich ging auch noch ran. Oder ich hörte mir noch Sprachnachrichten an oder reagierte auf dies und das. STOP! „Nein Kerstin, so nicht mehr!“ *schnauf* Das war mehr als nötig.

*durchatmen*

Ich habe in den letzten Monaten eine (für mich) große Veränderung gemacht. Ich fange an Klartext zu sprechen. Wenn mir etwas nicht gefällt, meine Grenzen oder Bedürfnisse nicht beachtet werden, dann sage ich es mittlerweile. Ich bin sehr stolz darauf das ich das endlich gelernt habe und mich darin übe. Und genau diesen Klartext habe ich dann heute mit mir gesprochen. Ich werden am Vormittag, bevor ich Wassergymnastik habe meine Guten-Morgen-Nachrichten schreiben, aber danach mir erlauben unerreichbar zu sein. Wenn ich mit der Wassergymnastik fertig bin und wieder zu Hause, dann können von mir aus tausende Sprach- und Textnachrichten auf mich warten, aber davor ist alleinig Zeit für mich. Kein Stress mehr. Kein Hetzen. Kein „ich muss noch schnell“. Nö … Kerstin-Zeit! Ich bin nun 38 und gehe seit über 1,5Jahren zur Wassergymnastik und habe das erst jetzt gerafft und beschlossen. Ich finde das krass und traurig zugleich. Aber ich sage ENDLICH. Für manches braucht es etwas mehr Zeit. Manchmal müssen wir Dinge tausend Mal machen und doppelt so oft auf die Schnauze fallen, bis wir es kapieren, aber irgendwann macht es Klick. Und so heute bei mir. Ja leider war ich heute nicht im Wasser und habe mir damit etwas Gutes getan, aber ich habe für mich gesorgt und so mir auf eine andere Art und Weise gut getan, und nur das zählt.

Ihr seht, ich bin ein Mensch.

Einige von euch kennen das vielleicht auch mit dem Stress, sich abhetzen und sich dabei selber aus den Augen verlieren, andere hatten noch nie das Problem. Das ist super. Ich finde es toll wie verschieden wir sind und wie viele verschiedene Themen wir haben. Und das macht uns aus. Dadurch sind wir wir … und niemand ist deswegen weiter, schneller, besser oder toller. Nein, wir sind einfach nur Menschen mit unserer ganz eigenen Geschichte, Persönlichkeit und unseren manchmal vielleicht sogar etwas verkorksten Macken. Dass ich zu mir stehe und für mich einstehe, dass hat sehr lange gedauert und ich würde nicht behaupten wollen, dass ich es immer tu und kann, aber ich bin in der Festigungsphase und entdecke immer wieder neue Punkte wo ich für mich eintreten darf. Wäre ich perfekt, fände ich mich selber sterbenslangweilig. *lach* Also genieße ich meine Macken, hab mich lieb und arbeite dran mich weiter zu meinem Wohle zu verändern. Das Leben ist eine Veränderung. Das Leben ist ein Weg und auf diesem Weg warten noch viele Lektionen auf mich.

Herzensgrüße, eure Kerstin