oder … wenn du gegen den Glaubenssatz läufst
„Ich bin eine Last.“
„Ich will/darf/möchte keine Last sein.“
Ich weiß nicht wie viele Jahre ich das schon denke – gefühlt schon immer und in allen möglichen Situationen. Die Folge ist: ich mache alles selbst und lasse mir nur wenn es absolut nötig ist helfen. Und glaub mir, das ist kein schöner Zustand. Man könnte sagen, dass es zeigt, wie viel Kraft und Stärke ich habe … ja … i know … aber es ist unglaublich anstrengend und kostet ebenso viel Kraft und nimmt Leichtigkeit und zeitweise auch Freude.
Nun gehört mir dieser Glaubenssatz ja nicht allein. Vielleicht kennst du ihn ja selbst auch. Meine liebe Freundin U. (81) hat ihn auch und lässt sich daher von mir nur sehr ungern helfen. Jetzt stehe ich also auf der anderen Seite und höre einen Menschen diesen Satz sagen – mehrfach – und ich sage immer wieder „Du bist keine Last für mich.“, „Ich mache das gern.“, „Du machst mir eine Freude, wenn ich dir helfen darf.“ … … … Das Leben zwingt mich gerade die Seite, die Perspektive zu wechseln und ich bin dankbar dafür.
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Ich möchte den Glaubenssatz jetzt auch hier direkt worken. Vielleicht hilft dir das ja auch.
Und ich könnte den Satz jetzt aus der Situation worken, dass U. das zu mir sagt, ich möchte es aber aus einer meiner Situationen worken, wo ich es dachte. Und es lohnt sich beide Varianten zu machen, wenn man die Chance dazu hat. Es würde allerdings den Beitrag sprengen.
Situation: Jemand bot mir an, eine Besorgung für mich zu machen, weil ich die Zeit dafür nicht fand. (nur du musst die Situation vor Augen haben)
Glaubenssatz: Ich will keine Last sein.
1. Ist das wahr? Ja
2. Kann ich mit absoluter Sicherheit wissen, dass es wahr ist? Nein
3. Wie reagiere ich, was passiert, wenn ich in der Situation den Glaubenssatz glaube? Ich fühle mich gestresst, eingeengt, mein Kopf rast und die Gedanken überschlagen sich, weil ich versuche einen Weg zu finden es selber zu machen. Ich atme flach bzw. kaum merklich, halte stellenweise sogar die Luft an. Mein Kopf/Gedanken machen mich irre, weil sie durchrasen und gleichzeitig sich im Kreis drehen. Ich fühle mich hilflos, weil ich keine Lösung finde – fühle mich in Not. Mein Körper ist angespannt – höherer Muskeltonus. Ich mache mich klein, weil ich weiß, dass ich Hilfe bräuchte und sie nicht annehme. Und stelle die andere Person fast schon auf ein Podest, weil sie mir helfen will und es kann und ihre Zeit dafür opfern würde. Ich bin absolut nicht in der Lage klar zu denken, eine Lösung zu finden, die Hilfe anzunehmen, mit mir selber friedlich und gnädig umzugehen. Ich kann nicht sehen, dass die andere Person das gern machen würde und sogar Freude daran hätte. Und ich kann nicht sehen, dass ich selber gern helfe und mir das Freude macht. Ich habe eine sehr abwehrende und verschlossene Haltung gegenüber der anderen Person. Und ich sehe nicht, dass die andere Person traurig wird, weil ich sie und ihre Hilfe ablehne.
4. Wer oder was bin ich ohne den Glaubenssatz in der Situation? Ich atme tief durch. Ich bin gütig mit mir und sehe was ich alles noch vor habe und dass mir die Zeit fehlt für die Besorgung, dass diese Besorgung aber wichtig ist. Ich erkenne, dass ich mich überschlagen müsste, um das zu schaffen oder erst Tage später. Ich sehe die liebevolle Haltung der anderen Person, dass sie Zeit hat und mir mit offenem Herzen helfen möchte. Ich sehe die Bereitschaft und ich sehe/höre das Lächeln, wenn ich „Ja“ sage. Ich fühle mich leichter, entspannter, freudiger, offener und ruhiger.
5. die Umkehrungen
– Ich will eine Last sein. (das ist die einzig offizielle Umkehrung bei einem Ich-Glaubenssatz) >>> Warum könnte das wahr sein? >>> Weil ich mich selber belastet fühle und dann etwas von der Last abgebe. | Ich will auch eine Last sein, weil es mir als Beweis dient, dass ich zu viel bin und ich abgelehnt werde. (aua, diese Erkenntnis tut richtig weh – Selbstsabotage sozusagen) | Ich will auch eine Last sein, um mich zurückzuziehen und niemanden an mich ran zu lassen, mich zu verschließen. (aua … wieder Selbstsabotage) | Ich will eine Last sein, damit mir andere sagen, dass ich keine bin und dass sie diese Besorgung gern für mich machen und sich darüber freuen mir helfen zu dürfen.
meine Erkenntnis: Dieser Glaubenssatz schützt überhaupt gar nicht meinen Gegenüber vor mir sondern sabotiert mich nur selber und tut mir selber weh. Er ist gar keine Hilfe für mich. Löst keine Probleme. Nimmt anderen gar keine Last ab, sondern schenkt ihnen im schlimmsten Fall sogar noch Sorgen, weil sie meine Überlastung sehen.
Hier findest du alle Unterlagen, wenn du selber für dich The Work of Byron Katie machen möchtest.
