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~ Danke Vergangenheit ~

~ Danke Vergangenheit ~

Danke Vergangenheit

Danke Vergangenheit!

„Ich lauf des Öfteren Gefahr, zu vergessen wie schön das Leben bisher war.“
(Zitat aus dem Lied von Söhne Mannheims „das hat die Welt noch nicht gesehn“)

Danke Vergangenheit!

Wer mir schon länger auf meinem Blog oder auch auf Facebook folgt weiß, dass ich ein Großteil meines Lebens unter Depressionen litt. Daraus habe ich nie ein Geheimnis gemacht und ich sehe auch keinen Grund mich dafür zu schämen. Mittlerweile ist die depressive Zeit Vergangenheit und ich bin ihr dankbar, denn durch sie kann ich anderen helfen, weil ich die Menschen verstehe. Nur nehme ich auch genau deswegen kein Blatt vor den Mund.

„Vergangenheit“ ist ein wichtiges Wort in der Depression, denn wer depressiv ist, lebt (häufig) in der Vergangenheit. Und ich kenne das nur zu gut. Wie lange habe ich gedacht „Wenn ich nur diesen einen Punkt finde, diesen einen Auslöser, warum ich depressiv bin und warum es mir so schlecht geht, dann … dann wird alles anders.“. Wie oft habe ich mir gewünscht, man würde mit den Fingern schnipsen und mein Leben wäre anders. Oh wie toll das doch wäre. Wie oft habe ich gedacht „Gott, war mein Leben nicht beschissen genug, ich wäre dann jetzt endlich mal bereit fürs glücklich-sein!?!“ Wie oft habe ich meine Vergangenheit, meine teilweise beschissene Kindheit und die Menschen für meine Depression verantwortlich gemacht. Viel zu lange habe Worte falsch verstanden. Mir wurde gesagt „Wenn du die Krankheit annimmst, dann wird es leichter und dann geht sie.“ oder „Es wird mindestens genauso lang dauern die Depression hinter dir zu lassen, wie du sie hattest.“ oder „Hab Vertrauen und warte, dein Leben wird sich verändern.“. Gerade den letzten Satz verstand ich immer falsch. Es geht nicht darum zu warten und die Hände in den Schoß zu legen, sondern ins Handeln zu kommen, sein Gehirn neu zu konditionieren. Aber das wurde mir nirgendwo beigebracht. Therapien hatte ich mehr als genug gemacht, aber keine half wirklich, weil mich niemand erreicht hat – zumindest nicht so wie für mich gut gewesen wäre, wie ich es gebraucht hätte. Und es braucht nicht so lang, wie man die Depression hatte, um aus ihr herauszutreten. Es ist nur viel Arbeit und braucht Disziplin und viel Kraft und Mut.

Der Schüssel ist die Vergangenheit. Tatsächlich. Wie sieht sie denn aus? Gewalt? Beschimpfungen? Misshandlungen? Mobbing? Und wie ist es mit: Urlauben? Ausflügen? Lachen? Sonnenschein? Freundschaften? Gab es die vielleicht auch?

Ich habe schon unzählige Male über den Fokus und die Perspektive gesprochen und ich werde dem auch nie müde werden. Ein Tag … es ist Frühling, die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, die Wiesen werden durch die Blumen immer bunter, die Bienen summen und die Bäume werden immer grüner. Wir machen einen Spaziergang bevor wir dann in den Keller gehen, weil wir dort etwa suchen müssen. Wir sind im Keller und wir räumen die Kartons beiseite und schieben Fahrrad, Leitern, Weihnachtsschmuck und co hin und her, als uns das Fahrrad umfällt und mit ihm die Leiter und die auf den Karton mit dem schönen Glasweihnachtsschmuck und dabei fällt uns ein anderer schwerer Karton auf den Fuß. Ein Scheißtag. Der Tag ist doch einfach nur noch zum Verfluchen und auslöschen. Oder? Gewalt, Misshandlungen und Mobbing kann man nicht mit kaputten Weihnachtsschmuck oder einem verletzten Fuß gleichsetzen, allerdings möchte ich auch nur aufzeigen, dass wir unsere Vergangenheit dunkler sehen als sie war. Ohne Frage sind diese dunklen Kapitel in unserer Vergangenheit prägend und sehr verletzend, aber es gab nur sie? Gab es da nicht auch noch einen Spaziergang im Sonnenschein?

Die Vergangenheit mit all dem Scheiß wird immer ein Teil von uns sein, aber es liegt an uns ihr Raum zu schenken. Wieviel Raum willst du dem geben? Wieviel Leben willst du dem widmen? Wie lang willst du dich daran festhalten und alles nur damit betrachten? Wie lang willst du mit Wut und Angst durchs Leben schleichen? Von durchs Leben gehen, kann man wohl kaum sprechen. Fakt ist, wir können unsere Vergangenheit nicht verändern und da können wir noch so viele schamanische Reisen in die Vergangenheit machen, ändern können wir das Geschehene nicht. Wir können nur an uns, unserer Einstellung, unserem Fokus und unserer Perspektive etwas ändern. Und das ist Arbeit. Das ist kein Fingerschnipsen. Das ist harte Arbeit und dauert. Und das ist ein 24/7 Job. Und alles andere als Urlaub. Aber es lohnt sich so sehr. Es lohnt sich sooo sehr.

Es gibt kein Patentrezept, aber wie wäre es denn damit … lächle dich mindestens 60 Sekunden am Tag im Spiegel an. Schau dir dabei in die Augen. Fang an dir „Ich liebe mich!“ zu sagen. Geh raus in die Natur. Hör den Vögeln zu. Sieh jede einzelne Blume. Sieh die wunderschönen Details die es überall gibt. Fang mit Sport an. Lass dein Blut überprüfen, vielleicht brauchst du D3 oder B12 oder Eisen. Schreibe dir Ziele auf. Kleine Ziele für die nahe Zukunft und größere die eine längere Zeit bis zur Verwirklichung brauchen. Und notiere dir, was du dafür tun musst. Stell dir dabei vor du stehst nackt vor einem riesigen Berg. Was brauchst du? Wanderschuhe, Seil und andere Kletterausrüstung? Oder vielleicht erst einmal einen Schlüpfer? Führe ein Glückstagebuch. Schreibe dir wichtige und motivierende Sätze auf und klebe sie an Türen, Schränken, Fenstern, Spiegeln und Co – überall wo du jeden Tag mehrfach hinsiehst – und lies sie dir durch. Verändere deine Passwörter in motivierende und positive Sätze. Schalte den Fernseher und andere Medien inklusive Handy aus und schnapp dir dafür lieber ein Buch oder geh raus. Hol dir Farbe in die Wohnung. Dekoriere um. Kleide dich so wie du dich fühlen möchtest. Und fang an zu meditieren. … … … Leg los! Das hier ist nur eine kleine Aufzählung von Dingen die du tun kannst.

Und ich kann es auch schon hören … und ich kenne das nur zu gut … „Boar, das ist aber viel. Das ist eine schwere Aufgabe, ein schwerer Weg.“ Nein, ist es nicht. Es ist kein schwerer Weg. Es ist nur ein Weg. Das alles sind nichts weiter als Übungen. Sie sind nicht schwer oder leicht, sie sind nur. Es sind Übungen. Und sie können deine Chance sein, dein Leben zu verändern. Du hast es in der Hand. Niemand sonst. Glaub mir, es wird dir nicht helfen, wenn sich die Menschen bei dir entschuldigen, die dir in der Vergangenheit weh getan haben. Das löst deine Probleme nicht. Niemand kann dein Leben ändern, nur du selber.

Warum schreibe ich gerade jetzt diesen Beitrag? Wie komme ich ganz plötzlich darauf? Einerseits ist es ein Buch was ich gerade lese, was mich dazu inspiriert hat und zum anderen ist es die Zeit. Wir haben gerade eine Zeit die für unsere Psyche gefährlich ist. Wir werden gerade auf Angst konditioniert. Und auf sie folgt Wut. Häufig stellen Menschen ihr Leben ein. Viele Menschen leben nun isoliert. Psychische Erkrankungen nehmen zu und verändern bei vielen Menschen das Leben. Und ich möchte helfen. Ich möchte sagen „Du musst nicht in der Depression verweilen.“ „Sei bereit das Leid loszulassen.“ „Sei dir bewusst, dass wir Menschen Sensationslüstern, auf Schmerz, Leid und schwarz-weiß-denken konditioniert und bequem sind. Das Alte, das Vertraute zu leben ist bequem. Hol dir das Leben zurück!“.

Ich könnte jetzt noch ganz viel von Licht und Liebe sprechen. Ich könnte sagen „Du musst nur dein inneres Licht finden.“ oder „Lass dein Licht leuchten.“ oder „Du musst dich selbst lieben.“ oder „Du musst die Liebe in deinem Leben finden.“ … Da gibt es noch vieles mehr und ja, all das stimmt auch. Du musst anfangen dich selber zu lieben. Nur haben zu viele Menschen gar keine Ahnung davon was Liebe ist, wie es sich anfühlt sich selber zu lieben oder wie sich überhaupt Liebe anfühlt. Aber ja, die Selbstliebe ist so unendlich wichtig. Selbstliebe ist ein riesiger Schlüssel ins Glück. Und dabei hat Selbstliebe nichts mit Egoismus zu tun oder dem das andere sich nach einem richten müssen oder man sein Leben so lebt wie man es will ohne nach rechts und links zu schauen. Selbstliebe bedeutet auf sich zu achten, sich gut zu tun und sich das Leben zu schenken, was man sich wünscht, ohne dabei seine Umgebung zu vergessen oder kompromissfrei zu sein. Wenn wir lernen uns zu lieben, dann wird unsere Vergangenheit auch einen ganz anderen Platz in unserem Leben einnehmen, nämlich als Vergangenheit und nicht mehr als DAS Leben oder die sich selbsterfüllende Prophezeiung.

Liebe ist die Energie die alles verändert. Liebe ist es die, wenn jeder einzelne sie fühlt und lebt, die Welt verändern wird. Liebe erhöht und stärkt unser Immunsystem und gibt uns Kraft und Mut. Liebe kann sehr vieles bewegen, nur müssen wir den ersten Schritt wagen … und das ist der erste Schritt den wir aus Selbstliebe tun – unsere erste Handlung aus der Liebe zu uns selbst heraus.

Du hast in diesem Körper nur dieses eine Leben und es wurde dir geschenkt und es ist deine Pflicht dich und andere glücklich zu machen. Was im nächsten Leben passiert, weiß niemand, also nutze dieses Leben, nutze diese Chance und lebe so intensiv du nur kannst.

Viele Worte. Ich hoffe auch viele Impulse. Und ich wünsche mir von Herzen, dass die Liebe Einzug in unser aller Leben hält und wir die Depressionen, die Ängste und die Wut heilen.

Herzensgrüße, eure Kerstin