Ich bin seit dem 10. Mai 2024 vom vtw anerkannte Coachin für The Work of Byron Katie.
Ich habe mich um diesen Beitrag gedrückt und bin lang drum herum geschlichen.
Warum? Die Anerkennungsurkunde zu bekommen ist doch schließlich mega toll.
Das ist es auch und … bei mir fließen gerade die Tränen und die Hände zittern … … …
Ich bin seit dem 10. Mai 2024 vom vtw (Verband für The Work of Byron Katie) anerkannte Coachin für The Work of Byron Katie. (alle Dämme brechen gerade, wo ich das schreibe) Am Dienstag war der Umschlag in meinem Briefkasten. Ich legte den Umschlag auf meinen Schreibtisch und schlich drum herum. Das klingt seltsam, denn schließlich hatte ich bereits am Freitag per Mail die Anerkennung bestätigt bekommen. Nun die Anerkennungsurkunde dort in dem Umschlag liegen zu haben, war allerdings noch etwas ganz anderes.
Ich möchte dir gern erzählen, warum ich so emotional bin und warum mir die Anerkennung so viel bedeutet.
Das aller erste Mal – und das ist mir erst vor ein paar Monaten bewusst geworden – hörte ich von “The Work” 2016. Da war ich allerdings so im Schamanismus und in der Quanten-Matrix-Arbeit drin, dass ich nicht nachfragte, was “The Work” ist.
Im Februar/März 2022 sah ich eine Werbeanzeige auf Facebook, in der es um The Work ging. Ich weiß nicht mehr, ob es ein Video war oder ein Foto, aber Byron Katie berührte mich mit ihrem Lächeln. Ich besuchte diese kostenlose Masterclass und kaufte direkt im Anschluss für 199€ einen Workshop, den ich mir jederzeit ansehen konnte. Manchmal ist dieses “jederzeit ansehen können” auch echt nicht so vorteilhaft, denn ich schob es auf. Gekauft ist schließlich gekauft und ich war in einer Beziehung und wir hatten viel vor und ich hatte viele Aufträge und Rituale. Noch vor einiger Zeit hätte ich gesagt: “Ich hatte keine Zeit für den Workshop.”, die Wahrheit ist, ich habe mir die Zeit nicht genommen. Und so schlummerte der Workshop einige Monate.
Ich hatte zu der Zeit auch 2 Bücher von Byron Katie begonnen zu lesen, aber nicht beendet. Ein typischer Leselustmangel, dem so einige Bücher bei mir zu dem Zeitpunkt erlegen waren.
Dann kam mein 40. Geburtstag und meine Mutti gab mir im Schlafzimmer das Buch “Ich brauche deine Liebe … Ist das wahr?” von Byron Katie. Sie schenkte es mir quasi nicht zum Geburtstag, denn auch sie fand es seltsam, mir dieses Buch zu geben, denn schließlich war ich in einer Beziehung. Und sind wir mal ehrlich, wer The Work nicht kennt, der findet den Buchtitel eigenartig. Denn hierzu muss man einfach wissen, dass The Work aus 4 Fragen besteht und die erste Frage lautet “Ist das wahr?”. Der Buchtitel besteht also aus einem Gedanken “Ich brauche deine Liebe.” und der The Work Frage “Ist das wahr?”. Ok … ich schweife ab. (die Tränen sind nun auch getrocknet) … Meine Mutti gab mir also das Buch und ich legte es, bei mir zu Hause angekommen, in mein Regal. Ich stellte es nicht hin, ich legte es hin. Ich sah somit Katie mich immerzu anlächeln. Und es war ein seltsames Gefühl. M und ich hatten Probleme in der Beziehung, ohne Frage, allerdings dachte ich nicht an eine Trennung. 11 Tage nach meinem Geburtstag packte er seine Sachen und ging. Und ich war am Boden zerstört.
Das Buch lag weiterhin in meinem Regal und jedes Mal, wenn ich das Wohnzimmer verließ, sah ich es und Katie grinste mich an. Meine Wut auf das Buch wuchs und gleichzeitig hatte ich keinen Boden mehr unter den Füßen und fühlte mich verloren.
Es war am Freitag nach der Trennung, als ich das Bett nicht verlassen wollte, die Blase aber heftig drückte. Und so ging ich wieder an dem Buch vorbei. Ich war wütend – nicht nur auf das Buch und die lächelnde Katie, sondern auch auf mich, weil ich meinen Arsch nicht hochbekam und so depressiv war. Dieses “das Bett nicht verlassen wollen”, kannte ich nicht von mir, noch nicht einmal in Zeiten meiner schwersten Depression. Nur an dem Morgen war etwas anders. In mir war etwas erwacht und die Wut auf das Buch und mein Nicht-sein war so groß, dass ich zu dem Buch sagte: “Dich scheiß Buch lese ich heute durch.” und das tat ich auch. Ich zog mir irgendwas an, setzte mich aufs Sofa und begann zu lesen. Mir wurde schnell klar, dass ich Post-its und Stift brauche. Zwei Schritte zum Schreibtisch, alles schnappen und dann wieder aufs Sofa und weiterlesen.
Danke Katie für dieses Buch. Dieses Buch und dieser kleine Funken inkl. Wut in mir, haben mir an dem Freitag mein Leben gerettet.
Ich las und arbeitete tatsächlich das ganze Buch in einem Rutsch durch und hatte so viele Erkenntnisse, dass sich mein Leben veränderte. Ich verstand so unglaublich viel. Warum ich so gehandelt hatte. Warum ich M gegenüber so war, wie ich war. Und woher das alles kam. Dieses Buch, an dem Freitag, war meine Rettung und der Beginn von etwas Neuem.
In den Tagen danach sah ich mir den Workshop, den ich Monate zuvor gekauft hatte, an und in mir wuchs die Begeisterung für The Work und diese so einfache Methode, seine Gedanken anzusehen. So dass ich mich auf die Suche nach Gleichgesinnten und Kursen machte. Ich fand meine Lehrcoachin und meine Coachin und besuchte wöchentlich deren Abendveranstaltungen. Ich workte und workte. Ich sah mir den Tag bzw. die letzten Stunden der Trennung immer wieder an und überprüfte unzählige Gedanken darüber und Gedanken über M – meist sehr ähnliche – und verarbeitete so die Trennung.
Ich war begeistert und in einer Art Rausch, denn selbst in Zeiten meiner schwersten Depression (als ich noch in Arnstadt lebte), war mir klar, dass es immer nur meine Gedanken waren, die mich daran hinderten, etwas zu tun. Nur hatte ich zu der Zeit damals keine Ahnung, dass es The Work gab. Das hatte sich jetzt geändert und so schaute ich mir viele meiner Themen an.
Meine Begeisterung wuchs, da ich merkte, wie gut mir The Work tat und wie viel besser ich mich fühlte. Und vor allem veränderte sich etwas nachhaltig. Anders als bei all meinen Therapien zuvor. Also traf ich den Entschluss, The Work zu lernen und Coach zu werden.
Um das vielleicht alles zeitlich ersichtlich zu machen … Im Februar/März 2022 kaufte ich den Workshop und las (halb) zwei Bücher von Katie. Mitte August bekam ich von meiner Mutti das Buch von Katie geschenkt, Ende August trennte sich M und Anfang September las ich das Buch in einem Rutsch durch. Schaute mir dann den Onlineworkshop an und suchte mir The Work Gruppen. Im Oktober war mir dann klar, ich will die Ausbildung machen, las mir alle Voraussetzungen für die Ausbildung und spätere Anerkennung durch und meldete mich für die ersten Kurse an, die ich vorab besuchen musste. Ende November besuchte ich meinen ersten Kurs, einen Einführungskurs. Das alles war 2022.
Seit meinem ersten Kurs bis zur Anerkennung sind nicht ganz 18 Monate vergangen. Und es war eine sehr intensive Zeit. Eine Ausbildung in 18 Monaten zu machen, klingt erst einmal machbar … war es ja auch und doch blieb in den 18 Monaten mein restliches Leben nicht stehen. Aufträge (Tierkommunikationen, schamanische Behandlungen etc.) nahm ich weiter an und meine Frau Lucy Lou wurde älter und kränker. Eine neue Tierärztin trat in unser Leben inkl. unzähliger Besuche bei ihr und Medikamentenwechsel fanden statt. Herr Romero musste auch vorgestellt werden und zeigte seine ersten größeren Baustellen. 2023 wurden meine grauen Haare nicht weniger.
Das “Highlight” 2023 war dann im November das Abschlussseminar der Ausbildung. Lucy bekam am Samstagmorgen plötzlich nicht mehr ihren Po hoch und da es erst 5:30 Uhr war, war auch kein Tierarzt zu sprechen. Dass meine Verzweiflung groß war, muss ich wohl nicht sagen. Ich wusste, wie wichtig das Seminar für meine Anerkennung war und ich konnte Lucy nicht helfen. Ich schrieb meiner Lehrcoachin und erreichte dann 10Uhr endlich meine Tierärztin. Lucy bekam ein Präparat gespritzt und der Alptraum ging weiter. Lucy reagierte extrem und zog sich vollkommen unter das Bett zurück. Sie war für mich unerreichbar. Dennoch musste ich irgendwie an dem Seminar teilnehmen – zumindest ab Nachmittag bis in den Abend – denn schließlich wurden wir “geprüft”. Ich bin meiner Lehrcoachin und meinen Mitlernern unglaublich dankbar, dass sie mir so viel Raum schenkten und ihn auch hielten. Sie machten mir damit ein sehr großes Geschenk. Am Sonntagmorgen gab es bei Lucy weitere Komplikationen und meine Verzweiflung war wieder am Maximum (nicht, dass ich in der Nacht auch nur irgendwie geschlafen hätte). Die Ausführungen des Dramas würden jetzt den Rahmen sprengen… lass mich soviel sagen, das Ausbildungswochenende war eine Katastrophe voll Verzweiflung mit der zusätzlichen Angst nicht zu bestehen, weil ich Teile des Seminars nicht mitmachen konnte. Als mir dann am Ende des Seminars meine Lehrcoachin sagte, dass ich ihr “Ja” für die Anerkennung habe, stand ich unter Schock, denn ich konnte es nicht verstehen. Denn ich war felsenfest davon überzeugt, dass ich es nicht bekomme bzw. noch nicht und erst noch irgendetwas zusätzlich erfüllen müsse.
Im Januar 2024 begann ich die letzten Aufgaben (Vertiefungszyklen und Kurse), die für die Anerkennung nötig waren, zu machen und nun ist Mai und die Anerkennungsurkunde ist bei mir.
Ich wusste bereits 2022, als ich mich für die Ausbildung entschied, dass 2023 sehr heftig werden würde. Wie heftig, war mir nicht bewusst.
Ich habe meine Deadline eingehalten (30. Juni 2024) und … na klasse, jetzt laufen die Tränen wieder … und ich habe alle Herausforderungen 2023 gemeistert. 2024 hatte bisher nicht weniger Herausforderungen als 2023 und doch weiß ich einmal mehr, was ich alles schaffen kann.
M ist nicht aus meinen Gedanken und manchmal vermisse ich ihn noch. Und ich bin ihm unendlich dankbar, dass er mir das Geschenk der Trennung gemacht hat. Denn ohne ihn und den großen Schmerz, würde der Workshop vielleicht noch immer ungesehen auf mich warten und das Buch von Katie herumliegen. Und ich hätte nicht The Work als mein Werkzeug zur Überprüfung meiner Gedanken in meinem Leben.
Danke M, dass du gegangen bist.
Danke Katie für The Work.
Danke Habiba, für dein mir Mut machen.
Danke Nicola, Regine, Anke, Irmi, Gerlinde, Banu, Ute, Katharina, Ingrid, Olga, Nicole, Thomas, Carla, Jessica, Carmen, Ariane, Anke, Jana, Susanne, Kathi, Katja, Addi und Monika, dass ihr Teil dieser Reise wart.
Danke Frau Lucy Lou, dass du mich an und über meine Grenzen gebracht hast.
Danke Herr Romero, dass du so da warst und andere mit deinen Kuscheleinheiten während der Seminare zum Lächeln gebracht hast.
Danke, einfach nur Danke für alle, die in meinem Leben waren/sind und Danke für alles, was war und sein wird.
Und ich danke dir, dass du meine Geschichte gelesen hast.
Herzensgrüße, deine Kerstin
P.S.: Aktuell begleite ich zwei Frauen über 5 bzw. 13 Coachingsitzungen mit The Work. Und nicht nur ich bin fasziniert davon, welch Veränderung beide bereits nach 2 Sitzungen gemacht haben.
The Work ist ohne Frage nicht für jeden etwas. Man muss die Bereitschaft haben, sich seine Gedanken ungeschönt anzusehen und Situationen noch einmal zu betrachten. Und die Bereitschaft in sich finden, neue Gedanken zuzulassen und somit sein Gedankenrepertoir zu erweitern.


