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~ Bräuche zu den Rauhnächten ~

~ Bräuche zu den Rauhnächten ~

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Die Rauhnächte sind eine wichtige Zeit der Ruhe und Einkehr. Die Menschen sitzen beisammen und erzählen sich Geschichten der Ahnen. So wie wir in unsere Wohnungen und Häuser einkehren, so wichtig ist es, dass wir diese mindestens einmal „auskehren“. Dafür werden die Fenster und Türen weit geöffnet und der „Schmutz“ (u.a. verbrauchte Energien) des vergangenen Jahres wird hinausgekehrt. Im Ursprung nahm man selbstgebundene Besen, aus Weide oder Birke, heute ist es nur wichtig, dass wir es einmal tun. Egal ob am Anfang oder am Ende der Rauhnächte … das ist wohl einfach eine Gefühlssache. Und wer Lust hat, kann sich auch während der Rauhnächte einen Besen für das neue Jahr binden.

Das Räuchern ist für viele von uns ein wichtiger Bestandteil jeder einzelnen Rauhnacht, ebenso wie das Orakeln oder das Tagebuch führen. Geräuchert wird viel mit Weihrauch, Myrre, Salbei, Wacholder, Beifuß, Fichtenharz und Mistel. Hier darf jeder herausfinden was zu einem passt. Manch einer mag lieber Palo Santo, Rosamarin, Lavendel oder Rosenblüten. Man kann sich eine Mischung für alle Rauhnächte zusammenstellen oder sie von Tag zu Tag neu mischen … schließlich steht jede Rauhnacht für einen neuen Monat. Orakeln können wir mit allen Kartendecks die wir haben, aber auch mit Runen oder eigen kreierten (Affirmations-)Karten.

Das Rauhnachtstagebuch ist wohl eines der bekanntesten Bräuche der Rauhnächte. Hier werden die Erlebnisse des Tages notiert, aber bitte nur die Schönen … für das Unschöne nimm bitte einen kleinen Zettel und verbrennen diesen, nachdem du alles aufgeschrieben hast. So kannst du das Unschöne direkt loslassen & heilen und nimmst es nicht mit in den Monat für den die Rauhnacht steht. In solch ein Tagebuch werden auch direkt nach dem Aufwachen alle Träume notiert, an die man sich erinnert. Und auch das Wetter, denn dieses gibt Hinweise darauf, wie der entsprechende Monat wird.

Diese tollen Bauernregeln für die Rauhnächte fand ich: (Quelle: Valentin Kirschgruber. Von Sonnwend bis Rauhnacht. S.72/73)

25.12.   „Ist die Weihnacht hell und klar, hofft man auf ein fruchtbar Jahr.

26.12.   „Windstill muss St. Stephan sein, soll der nächste Wein gedeih’n.“

27.12.   „Hat der Evangelist Johannes Eis, dann macht es der Täufer Johannes (24.06.) heiß.“

28.12.   „Schneit’s an Unschuldige Kindl, fährt der Jänner in die Schindel.“

29.12.   „Wie das Wetter sich heute zeigt, bringt es wieder die Maizeit.“

30.12.   „Scheint am Felixtag die Sonne, ist es für das Obst die Wonne.“

31.12.   „Silvesterwind und Sonnenschein – vergebens die Hoffnung auf Korn und Wein.“

01.01.   „Am Neujahrstage Sonnenschein, lässt das ahr uns fruchtbar sein.“

02.01.   „Wie der Basilius, so der September.“

03.01.   „Bringt Genoveva Sturm und Wind, so ist die Waltraud (9.4.) meist gelind.“

04.01.   „Markarous das Wetter prophezeit für die ganze Erntezeit.“

05.01.   „Scheint die Sonn an Tag vor Dreikönig, wird der Nebel viel, nicht wenig.“

In das Rauhnachtstagebuch darf man auch gern die Dinge schreiben für die man an dem Tag dankbar ist. Dankbarkeit ist ein wichtiger Punkt bei allen Ritualen & Bräuchen, nicht nur bei den Rauhnächten. Dankbarkeit öffnet uns für die Heilung, für Veränderung und Neues. Und natürlich kannst du dir auch in dein Tagebuch die Botschaften deiner Orakel notieren.

Der Brauch der 13 Wünsche ist viel bekannt. Gehandhabt wird er ganz verschieden. Zu jeder Rauhnacht wird ein Wunsch gezogen … manch einer legt diesen dann in eine separate Schachtel (ungelesen) und verbrennt alle 12 Wünsche mit einmal, am Ende der Rauhnächte … andere verbrennen jeden Wunsch einzeln … manch einer liest den Wunsch auch und schreibt ihn sich auf. Aber eines haben sie alle gemeinsam … der 13. Wunsch ist die eigene Aufgabe. Diesen Wunsch dürfen wir selber erfüllen.

Wer sich zur Wintersonnenwende Rauhnachtskerzen gegossen, bemalt oder geschnitzt hat, zündet diese zu jeder Rauhnacht an. Man kann auch seinen Wunsch dazu legen und ihn so intensivieren. Ob es nur eine große Rauhnachtskerze ist oder 12 kleine, entscheidet jeder für sich.

Ich male seit vielen Jahren zu jeder Rauhnacht, ganz intuitiv ein Bild. Dieses Bild male ich bewusst sehr schnell (5min), denn dies reicht völlig aus. Manchmal wollen auch Worte oder Affirmationen darauf festgehalten werden. Wer nicht malen will, kann auch eine Collage erstellen. Aus den 12 Bildern kann man dann seinen ganz persönlichen Kalender gestalten. Es bedarf keiner Tageszahlen, denn das Bild dient als Erinnerung, Begleitung und Führung durch den Monat. Ich habe mir angewöhnt bevor ich das Bild male alles was mir zu der Rauhnacht einfällt auf die Rückseite zu schreiben, so habe ich alles zusammen. Ein großes Tagebuch ist nicht immer nötig.

Wer Platz hat kann sich auch ein Rauhnachtsmandala erstellen. Hierfür zieht man einen großen Kreis an der Wand oder schneidet sich einen großen Kreis aus Papier zurecht und teilt diesen dann in 12 Fächer/Tortenstücke. Jedes Tortenstück des Kreises steht für einen Monat. Hier kann man nun die Orakelkarte pinnen oder auch Affirmationen aufschreiben oder wichtige Fotos oder Bilder befestigen. Alles was man in ein Tagebuch oder Bild festhalten würde, kann auch dort seinen Platz finden. Dieses Mandala kann man sichtbar platzieren, so dass es einen immer wieder erinnert und inspiriert.

Die Magie der Rauhnächte kann auch zur Herstellung von Amuletten oder Talismanen genutzt werden. Sie können dem Schutz dienen oder Glück bringen und Wünsche erfüllen. Schau was die Natur dir zu Füßen legt oder was du im Laufe des Jahres gesammelt hast. Lass dich inspirieren und führen.

Wer gern schamanisch reist dem kann ich ans Herz legen täglich eine Krafttierreise zu machen. Man kann sie zu einem Krafttier machen und für jede Rauhnacht um eine Botschaft bitten oder man erbittet für jeden Monat einen Begleiter, so dass man sich für das kommende Jahr eine Gruppe von 12 Begleitern zusammenstellt, die man dann immer wieder befragen kann.

Zu guter Letzt wird gern empfohlen jede Nacht eine Kerze ins Fenster zu stellen, damit man von „bösen Geistern“ verschont wird.

Morgen erzähle ich dir dann von TO-DO’s vor den Rauhnächten und auch von dem was du lieber nicht machen solltest.