~ manchmal … ich hätte nie gedacht … ~

Meine Freundin Bea ist nun schon vor vier Monaten gestorben. Mit Bea hatte ich nicht so viel Zeit wie ich gern gehabt hätte. Irgendwie ist doch immer die Zeit zu kurz. Als sie starb fragte ihre Mutter Tina und mich, ob wir etwas von Bea haben wollten … aus ihrer Wohnung. Ich nahm zwei Pullis und einen Läufer und das Sitzkissen und ein Teelichthalter mit. Es war für mich seltsam etwas von ihr mitzunehmen, auch wenn ich wusste, dass diese Sachen nur weggeworfen werden würden. Es fühlte sich einfach seltsam an. IMG_20191217_165249_689.jpgAber an Tagen wie heute, an denen ich einen ihrer Pullis trage, da weiß ich einfach, dass sie so nicht vergessen wird. Sie hatte viele kleine Herzen (Anhänger) in der Wohnung und ich nahm sie alle mit, denn ich wusste, dass diese Herzen weiterreisen sollten. Die Liebe die Bea in sich trug zieht so woanders ein und sie wird nicht vergessen. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal froh sein würde einen Pulli von ihr tragen zu dürfen oder auf ihrem Meditationskissen zu meditieren. Jetzt freue ich mich, wenn meine Raubtiere auf ihrem Läufer liegen und sich wohl fühlen. Sie war besonders und deswegen lebt sie für mich auch auf besondere Art und Weise weiter.

Ich muss gerade lächeln, denn Tina und ich haben Beas Geburtstag mit ihr gefeiert. Ich hatte Kuchen gekauft und eine kleine Flasche Sekt. Wir standen vor ihrem Grab, aßen den Kuchen und tranken den Sekt … natürlich bekam Bea auch etwas Sekt ab … und wir redeten mit ihr und lachten viel. Die Menschen schauten uns seltsam an, aber wir sagten kurz, dass wir den Geburtstag feiern und ich glaube in diesen Menschen haben wir einen kleinen Funken, einen kleinen anderen Gedanken „eingepflanzt“.

In meinem Leben sind schon einige Menschen gegangen, aber ich hatte noch nie so ein Bedürfnis zu ihnen auf den Friedhof zu gehen und mit ihnen zu reden, so wie ich es bei Bea habe. Ich weiß, dass die Seele nicht auf dem Friedhof ist und ich überall mit ihr reden kann, aber aus irgendeinem Grund ist es hier anders. Ich kann es nicht erklären, aber das muss ich ja auch gar nicht.

Ich bin dankbar für die Zeit mit ihr und die schönen Momente und Erlebnisse. Und ich freue mich, dass sie überall, wo ihre Sachen und die Herzen sind, weiterlebt.

Ich wünsche euch allen eine besinnliche Zeit mit liebevollen Gedanken an all jene, die nicht mehr körperlich bei uns sein können.

Herzensgrüße, eure Kerstin