~ mehr als gut ist – mehr Zeit nehmen – wenn das System zu viel geschüttelt wird ~

Ich habe vor einigen Tagen einen Beitrag geschrieben, bei dem ich auf eine Frage zur Häufigkeit von Behandlungen geantwortet habe. Nun muss ich in den letzten Tagen immer wieder an meine schamanische Ausbildung denken und wie alles anfing. Deswegen versuche ich jetzt einige Gedanken in Worte zu fassen, bevor ich gleich noch den anderen Beitrag mit euch teile.

Als ich meine ersten schamanischen Behandlungen erhielt war ich begeistert. Es hatte sich so vieles verändert und ganz viele Sachen, Muster, Gedanken und Erlebnisse ergaben plötzlich einen Sinn. Ich fühlte mich stark und kraftvoll und dachte „So muss es jetzt weitergehen!“ und ich wollte mehr und mehr. Höher, schneller, weiter … … … es ist ein Phänomen, aber tatsächlich kennen wir es wohl alle – wenn wir etwas Gutes erleben, dann wollen wir mehr davon und dass so oft und schnell wie möglich. Problem ist, dass oft und schnell hier wenig Sinn machen. Ich beschreibe gern unser System (Körper, Geist und Seele) als ein Puzzle. Einige von euch kennen mein Beispiel schon, aber ich möchte es noch einmal beschreiben, weil es so schön bildlich ist.
20191111_084713 bearb LogoUnser System ist ein Puzzle. Wenn wir von einer Firma 10 Puzzle mit je 1000 Teilen kaufen, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass wir gleiche Puzzleteile nur mit anderem Motiv haben. Nun suchen wir uns ein Motiv aus und aus verschiedenen Gründen gelangen aber andere Puzzleteile in unser Puzzle. Sie passen gut, denn sie haben die richtige Form, aber sie passen nicht zu unserem Motiv. Wenn wir jetzt in einem 1000 Teile Puzzle 500 andere Teile haben, werden wir Probleme haben das eigentliche Motiv zu erkennen. Wenn wir uns jetzt behandeln lassen, egal ob schamanisch, energetisch, mit Quanten-Matrix-Arbeit, Reiki, Kartenlegung oder oder oder, dann wird unser Puzzle geschüttelt und einige Teile fallen heraus und unser Puzzle ist durcheinander. Nun können wir die Chance nutzen und nicht dazugehörige Puzzleteile durch passende oder neutrale (weiße) Puzzleteile ersetzen. Das führt dazu, dass wir nach und nach unser eigentliches Puzzlemotiv wieder erkennen können. Wenn wir nun aber sehr oft und sehr schnell hintereinander das Puzzle schütteln, eben durch Behandlungen, dann kommt das Puzzle immer mehr und mehr durcheinander und immer mehr Teile „springen“ heraus und wir brauchen sehr lange bis wir wieder das Puzzle sortiert haben. Genau das passiert mit unserem System. Wenn wir jetzt zu schnell und zu oft uns behandeln lassen oder auch nur zu oft Karten legen lassen, dann kommt unser System nicht zur Ruhe und alles purzelt herum, was dann zu Erschöpfung, Verwirrungen, Gefühlsachterbahnen, Verständigungsproblemen, Orientierungsschwierigkeiten, geistigem Durcheinander etc. führen kann. Höher, schneller, weiter bringt hier also rein gar nichts. Es bringt keine Klarheit, sondern nur Durcheinander. Es sollte immer etwas Zeit vergehen zwischen den Behandlungen. Es gibt keine allgemeine Regel wie lang man warten sollte, denn da sind wir nun einmal alle sehr verschieden, aber wichtig ist, dass wir uns Zeit lassen und nehmen.

Nun ist es aber so, dass es in unserer Welt Gewinnspiele, Verlosungen etc. gibt. Wir Menschen neigen dazu „haben zu wollen“. Kostenlos heißt „ICH“. Und dies gibt es eben auch im spirituellen, esoterischen etc. Bereich. Gibt es irgendwo etwas kostenlos, dann will man es haben und mitmachen in der Hoffnung zu gewinnen, denn man hat dies oder jenes noch nicht erlebt oder bekommen und will wissen wie das ist. Da kann es eben passieren, dass wir innerhalb kurzer Zeit Behandlungen, Kartenlegungen oder Energien erhalten. Und dann kann es eben passieren, dass unser System zusammenkracht und wir überfordert sind. Ich weiß, dass wir „alle“ einen Mangel haben und uns nähren wollen, es darf uns aber bewusst werden, dass wir diesen Mangel haben und ihn füllen wollen. Wenn uns das bewusst wird, dann können wir auch mal Abstand zu einem Gewinnspiel, Verlosung etc. nehmen.

Wie schon gesagt, ich kenne das selber alles nur zu gut. Ich wurde als „Sturmfrau“ eine Zeitlang bezeichnet. Ich stürmte voran und wollte mehr und mehr. Irgendwann nahm sich dann aber mein System die Pause die es brauchte, damit es sich wieder sortieren konnte. Heute bin ich achtsamer. Achtsamkeit ist sowieso etwas worin wir uns üben dürfen und was nicht nur gegenüber anderen Wesen, sondern auch gegenüber uns selber sehr wichtig ist.

Bitte seid achtsam und lasst euch Zeit. Ich schreibe nicht grundlos immer wieder „Step by Step“. Das was wir so lange mit uns herumtrugen, darf auch langsam, nach und nach gehen. Solange wir am Ball bleiben wird es zu einer Veränderung kommen, nur muss diese eben nicht mit einem Fingerschnipsen passieren, sondern darf ganz langsam sein, wie wenn man einen alten Pulli auftrennt und den Faden aufwickelt – Masche für Masche.

Ich wünsche euch eine ruhige und entspannte Zeit.

Herzensgrüße, eure Kerstin