~ Knoten, Weg und Möglichkeiten ~

Seil Knoten pixabay

(Foto: pixabay)

Wenn ein Mensch beginnt sich mit sich und seinen Ängsten, Mustern, Erinnerungen und Ereignissen auseinanderzusetzen, dann wird er nicht nur bewusster und verändert sich, sondern er beginnt auch damit einen Knoten in seinem Leben zu lösen. Ich mag es in Bildern etwas verständlich zu machen. Also stellen wir uns einmal unser Leben als ein langes Seil vor. Ein Seil welches aus vielen anderen Seilen besteht. Wenn wir im Leben etwas erleben, dann entsteht in diesem Seil einen Knoten. Nun gehen wir unseren Lebensweg weiter und etwas passiert in unserem Leben und plötzlich stolpern wir über diesen Knoten, weil es eine Erinnerung in uns gibt, die uns zu den Knoten zurückbringt. Nun haben wir 2 Möglichkeiten: 1. Wir lassen den Knoten, Knoten sein und gehen weiter. Oder 2. Wir beginnen den Knoten zu lösen. Man könnte vermuten, dass die 2. Möglichkeit die richtige ist, aber hier gibt es kein richtig oder falsch, denn solang jeder hier an diesem Punkt gut auf sich achtet, ist jede Möglichkeit die richtige. Wieso? Einen Knoten zu lösen bedeutet sich mit dem Knoten und den Erlebnissen auseinanderzusetzen. Nicht jeder hat die Kraft, den Mut und auch das Bedürfnis alles sich anzusehen und auseinander zu nehmen. Es ist völlig legitim diesen Knoten auch in Ruhe zu lassen und weiterzugehen. All das, was gut für einen ist, ist in dem Moment die richtige Wahl. Wenn man sich entscheidet den Knoten zu lösen, dann darf man sich bewusst sein, dass es nicht bei dem einen Knoten bleibt. Bleiben wir einfach bei dem Bild von einem Seil und dem Knoten. Dieses Seil hat einige Knoten, weil wir einige Erlebnisse hatten. Nun beginnen wir diesen einen Knoten, über den wir gestolpert sind, zu lösen und was passiert? Andere Knoten zeigen sich plötzlich und wir beginnen auch diese zu lösen. Einen Knoten zu lösen bedeutet bewusster zu werden und dieses bewusster werden hat meist zur Folge, dass wir nicht mehr über andere Knoten hinweggehen können, sondern auch diese lösen wollen. Einerseits klingt es spannend, denn es zeigt, dass wir in der Lage sind etwas zu verändern und dass wir immer dann etwas lösen werden, wenn es sich zeigt. Allerdings kann es auch erschrecken, denn es kann sich durchaus nach einer Never-Endig-Story anhören/-fühlen. Und irgendwie ist es auch beides.

Ich weiß leider nicht mehr wer diesen Text geschrieben hat, noch erinnere ich mich an den genauen Wortlaut, aber es ging darum, dass der Weg der Heilerin durch all die Schatten und Sümpfe des eigenen Lebens führt, bevor sie dem Licht immer näher kommt. Nur wenn man durch seine Schatten und Sümpfe gegangen ist, kann man auch für andere da sein und ihnen helfen. (sinngemäß) Ich möchte gar nicht von dem Weg der Heilerin sprechen, ich würde es als Weg des bewusster werdenden Menschen „bezeichnen“, wobei Menschen, die keine Knoten öffnen, nicht zwingend unbewusst sind. Auch das ist sehr individuell zu betrachten.

Ich wollte immer verstehen wieso in mir etwas sich so anfühlt wie es sich anfühlt und warum ich so reagiere wie ich reagiere … ich hab in mir geforscht, manchmal wie eine Irre und nicht alles davon war gut, denn oft genug hätte ich im Außen forschen müssen. Aber ich gehe den Weg auf dem ich meine Knoten löse und es ist kein leichter Weg und manchmal kommen viele Knoten kurz hintereinander. Aber ich habe Menschen an meiner Seite, die ich immer um Hilfe bitten kann und die mir auch sagen, wie ein Knoten und mein Lösungsprozess von außen aussieht. Ich hatte ganz lange die Illusion, dass ich nur etwas ganz Bestimmtes herausfinden und lösen muss, damit sich mein ganzes Leben verändert und ich mich verändere. (ein bisschen hat es was von dem großen Glück, nach dem wir suchen und „wenn …, dann …“) Fakt ist aber, dass sich da ganz viele kleine und große Knoten lösen mussten, damit ich nun an diesem Punkt in meinem Leben bin. Und ich löse weiter meine Knoten. Ich löse Knoten aus diesem Leben, aus vergangenen Leben und die Knoten meiner Ahnen. Ja, es mag eine Never-Ending-Story sein, aber irgendwie ist dies mein Weg. Und zwischenzeitlich mache ich mal auf diesem Weg ein Picknick und eine Pause um wieder Kraft zu tanken und weiter zu machen.

Du kannst selber entscheiden, ob du die Knoten über die du stolperst löst oder nicht. Sei gnädig zu dir. Es ist völlig in Ordnung sie nicht lösen zu wollen. Es ist dein ganz individueller Weg. Aber wenn du dich entscheidest Knoten zu lösen, dann lade dir Menschen an deine Seite, die dich dabei unterstützen und dir von außen ab und zu mal ein Bild schicken, um alles zu relativieren. Auch ich bin da, wenn du es willst.

Herzensgrüße, eure Kerstin