~ Leben und Tod ~

Gerade werde ich wieder sehr mit dem Leben und dem Tod konfrontiert. Vor einigen Wochen stellte sich heraus, dass eine Freundin leider wieder Krebs hat. Nun liegt sie erneut im Krankenhaus und es ist klar, dass sie leider nur noch Wochen, (hoffentlich) Monate hat. Ich selber habe im Laufe der letzten Jahre gelernt mein Leben zu genießen und nicht mehr nur zu funktionieren. Ich liebe es verschiedene Dinge zu tun und lasse mich nicht mehr auf ein oder zwei Dinge fest“nageln“ und ich laufe auch keinen Menschen mehr hinterher, sondern kann mich auch von ihnen verabschieden, wenn es sich nicht mehr gut anfühlt. Ich brauche die Abwechslung und die Vielfallt. Und nun versuche ich meiner Freundin so viele schöne Momente wie möglich zu bereiten, denn ich habe das Gefühl es ist wichtig, dass sie Dinge hat auf die sich sie freuen kann und auf die sie hinlebt. Ich bin traurig, nur helfe ich ihr nicht, wenn ich verzweifle und wütend auf den Krebs bin. Ich weiß nicht wieso dieser Krebs da ist, und das so bösartig, aggressiv und schnellwachsend. Er wird eine Botschaft haben, nur habe ich sie noch nicht verstanden.

Ich versuche kreativ zu denken und mir Dinge zu überlegen, womit ich ihr eine Freude bereiten kann. Ein bisschen was ist mir schon eingefallen und habe ich „angeleiert“ und auf ein paar weitere Eingebungen hoffe ich. Aber dieser Krebs zeigt, wie wichtig es ist zu leben und wirklich all das Schöne im Leben mitzunehmen, was nur irgendwie möglich ist. Kein „wenn“ und „aber“ gelten zu lassen, sondern zu tun und wirklich frei und offen zu sein.

Am Wochenende (Fr-So) fand das Havelfest hier in Brandenburg statt. Ich war das erste Mal dabei und habe einige Konzerte mitgenommen – Glasperlenspiel, Max Giesinger, eine Depeche Mode Coverband, die Brandenburger Symphoniker und ein paar andere Coverbands. Es war am Anfang nicht so leicht für mich, mit meiner anderen Freundin auf das Fest zu gehen und die Konzerte zu genießen, aber ich habe mir irgendwann gesagt, ich gehe für meine kranke Freundin hin. Ich habe Fotos und Videos gemacht und ihr geschickt, so war sie auch dabei und im Herzen sowieso. Ich bin ehrlich gesagt zu einigen Konzerten auch nur wegen ihr hingegangen, weil ich wusste, dass sie selber gern dort gewesen wäre. Ich war quasi ihre Stellvertretung.

20190625_044755Ich werde versuchen noch weniger nachzudenken und noch viel mehr zu leben. Die Frage „Was würde ich tun, wenn ich wüsste, ich kann nicht versagen?“ werde ich mir noch viel häufiger stellen.

Das Leben leben und genießen. Den Tod können wir nicht aufhalten, er wird uns alle „erwischen“, aber wir können unser Leben und das Leben der Menschen um uns, so schön, freudig und liebevoll gestalten wie nur irgendwie möglich. Nicht nur funktionieren und arbeiten, sondern auch Atempausen einlegen und genießen. Tut mir bitte den Gefallen und tut das was euch gut tut, was ihr liebt und wobei ihr glücklich seid. Wenn wir irgendwann sterben, dann sollten wir doch alle ein Lächeln auf den Lippen haben, weil wir etwas getan haben, was uns erfüllt hat.

Fühlt euch umarmt und erschafft euch heute einen Tag voller erfüllter Träume und Glücksmomente.

Herzensgrüße, eure Kerstin