~ entrümpeln, loslassen, freigeben, ausmisten, sterben ~

Egal welches Wort wir wählen es geht immer darum etwas aus unserem Leben zu verabschieden. Sterben und Tod, sind Worte die wir eigentlich viel häufiger in unserem Leben haben, als uns bewusst ist. Unsere Zellen sterben und mit jedem Ausatem geben wir etwas von uns frei. Ganz oft wollen wir in unserem Leben etwas verändern, wir haben Sehnsüchte, Wünsche, Träume und Ziele und damit wir diese erreichen muss etwas sterben, etwas muss gehen. Vielleicht sind es Hürden, vielleicht alte Denkmuster oder Verhaltensweisen, manchmal müssen wir uns auch von Menschen verabschieden, einfach weil sie uns nicht gut tun oder wir ihnen nicht oder weil der gemeinsame Weg vorüber ist. Manchmal müssen wir uns auch von Träumen und Wünschen verabschieden, weil sie dem eigentlichen Leben im Weg stehen und es erschweren. Es ist nicht leicht und die Entscheidung zu treffen, was man loslässt fällt häufig schwer, aber danach kehrt die Leichtigkeit ein. Es ist wie die Raupe, die frisst und frisst und frisst und sich verpuppt und dann lässt sie los und wird zu einem Schmetterling.

Innere Dinge, d.h. Denkmuster, Verhaltensweisen, Glaubenssätze, ja auch Träume, Wünsche und Ziele loszulassen ist sehr viel schwerer als die Wohnung zu entrümpeln, aber wenn wir z.B. die Wohnung entrümpeln, dann lassen wir auch meist etwas in unserem Inneren los. Auch die Musik anmachen, tanzen und singen befreit. Manchmal ist es auch ein lauter Schrei im Wald oder das mit den Fäusten gegen einen Baum schlagen, was hilft loszulassen. Es gibt viele Möglichkeiten und selbst wenn wir eine Methode gefunden haben, so ist diese nicht für jede Situation stimmig … da lernen wir einfach jeden Tag auf ein Neues. Aber irgendwie ist es auch schön.

Ich habe mich z.B. heute hingesetzt und meinen völlig überfüllten Papierkorb geschreddert – also den Inhalt. Es ist irgendwie befreiend Papier hineinzugeben und es in einer ganz anderen Form zurück zu bekommen. Meine Lehrerin erzählte in einem Seminar einmal, dass sie sich jeden Morgen vorstellt durch solch einen Schredder zu laufen und neu zusammengesetzt wieder hervorkommt. Oder sie lässt ihren Kopf einen Hang hinunterrollen und der Körper rollt hinterher – den Kopf frei bekommen, nannte sie es. Natürlich ist das alles nur bildlich gesprochen und niemand läuft durch einen Schredder oder lässt seinen Kopf einen Hang hinunterrollen. Aber ist es nicht genau so? Schreddern wir doch einfach mal unsere Ängste, überhöhten Selbstvorstellungen, Erwartungen, Vorhaben etc. und schauen was raus kommt… Leichtigkeit wird es sicherlich sein.

62419381_2270634402991651_195636185534562304_nWir stecken alle immer in einem Wandlungsprozess, manchmal ist er größer und gewichtiger als wann anders, aber solch ein Wandlungsprozess vollzieht sich nicht von allein, zumindest nicht ganz. Ein bisschen was müssen wir dazu beitragen und wenn es nur das Singen, Tanzen und Entrümpeln der Wohnung ist.

Lasst uns loslegen.

Herzensgrüße, eure Kerstin