~ gut zu sich sein ~

Eine der für mich wichtigsten Botschaften, die ich meinen Klienten mitgebe ist „Sei so gut wie nur irgendwie möglich zu dir.“ denn das sind leider die wenigsten. Wir fordern und verlangen viel von uns. Wir wollen weiterkommen, vollständiger werden, heiler und gesünder. Wir möchten Traumata überwinden, Krankheiten besiegen und alle Themen auflösen. Der eigene Druck ist groß. Das kenne ich alles auch von mir nur zu gut. Da haltet ihr mir immer ganz wundervoll den Spiegel vor. Allerdings habe ich eins in den letzten Jahren gelernt und mittlerweile genieße ich es wirklich … ich bin gut zu mir. Es sind kleine Rituale. Für manche braucht es gar nicht viel Zeit, aber sie tun einfach gut.

Jeden Morgen, wenn ich in den Spiegel sehe lächle ich mich an. Und ja, ich sehe manchmal sehr zerknautscht und verquollen aus, aber ich lächle mich an und wenn es nur ganz kurz ist. Wenn ich dusche, dann suche ich mir das Duschbad aus, welches genau heute meinen Duft hat und genieße es. Ich atme den Duft tief ein und ich genieße das Wasser auf meiner Haut und das Verteilen des Duschbades. Genießen ist angesagt. 20190522_093039 bearb Logo kleiner.jpgWenn meine Raubtiere frühstücken, mache ich mir meinen ersten Tee, den ich genieße – zuvor habe ich schon am Handy und PC fast alles einmal auf links gedreht. Und wenn ich dann die Raubtierfütterung (9Uhr) und meine ganze vormittägliche Arbeit erledigt habe, gönne ich mir mein Frühstück – ja, das kann auch dann schon mal 11Uhr oder 12Uhr sein. Aber dann … dann GÖNNE ich mir mein Frühstück. Früher habe ich mir nur schnell ein Brot oder Brötchen, Müsli o.ä. gemacht und es nebenbei am PC gegessen. Heute zelebriere ich mein Frühstück. Ich mache mir ein Frühstück als wäre jeder Tag Sonntag – Obst und Gemüse, mal mit Smoothie oder Shake oder mal nur mit einem Saft oder Tee, vielleicht mit Frühstücksei oder Müsli oder einem Salat oder oder oder … es ist immer ein toller bunter Teller. Das habe ich früher nicht gemacht. Heute ist es für mich ein Genuss, eine Pause, eine liebgewonnene Auszeit. Und dafür nehme ich mir auch Zeit. Eine Zeit ohne PC und Handy … 1h nur für mich. Im Laufe des Tages stelle ich mich immer wieder auf den Balkon und genieße die Energie der liebevollen Lebewesen um mich herum oder ich gehe spazieren. Ich zünde mir immer wieder Kerzen an oder ein Räucherstäbchen oder vielleicht eine Räucherkohle. Ich lese auch immer mal wieder Karten, die ich erhalten habe und wo ich einfach lächeln muss. Und wenn ich mal richtig Zeit habe, dann gönne ich mir auch einen Mittagsschlaf.

Ja, ich weiß, ich arbeite von zu Hause aus und ich kann mir meine Zeit anders einteilen, als wenn man angestellt ist, aber auch ihr könnt gut zu euch sein. Lasst euch z.B. von einem eurer Lieblingslieder wecken. Es gibt so viele tollen Karten … stellt euch eine davon auf den Schreibtisch oder macht ein Foto davon und packt es als Hintergrund auf den PC oder auf das Handy. Lächelt euch an, wenn ihr in den Spiegel seht. Atmet immer wieder ganz tief und bewusst den Duft eures Tees, Kaffees oder Duschbads ein … vielleicht auch von einem Parfüm. Kocht für euch etwas Schönes. Ich bin Single und ich koche und backe sehr gern. Nur für mich allein ist es oft zu viel. Die Hälfte meines Kuchens schenke ich meinem Nachbarn und der freut sich immer sehr darüber. Gekochtes kann man auch einfrieren oder eben mal jemanden einladen.

Sich Gutes tun, bedeutet nicht zwangsläufig sich etwas zu kaufen, sondern vielmehr sich Zeit für sich zu nehmen. Ich kenne auch durchaus Menschen die kaufen und kaufen und kaufen … das ist eine Ersatzbefriedigung, das Füllen einer Leere … darum geht es mir hier nicht. Es geht mir darum, dass wenn ihr mal traurig sein, dass ihr dann liebevoll zu euch seid. Dass ihr immer wieder Dinge tut (tanzen, Musik hören, singen, malen, lesen, kochen etc.) die euch gut tun und dass jeden Tag, egal wie es euch geht und wie viel ihr um die Ohren habt. Gerade wenn wir gestresst, gehetzt, traurig oder verzweifelt sind, gerade dann brauchen wir kleine Rituale die uns helfen und die uns gut tun und die uns daran erinnern gut zu uns zu sein. Also schaut bitte jeden Tag liebevoll auf euch und achtet auf die kleinen Dinge, die euch jeden Tag begegnen und die euch gut tun. Und wenn ihr schnell etwas vergesst, dann hängt euch einen Klebezettel mit einem 😉 an den Spiegel oder macht euch einen Zettel an die Kaffeetasse mit einem „genieß mich“ etc. Vielleicht packt ihr euch auch eine Schachtel mit lauter Dingen die euch gut tun … eine Gute-Laune-CD, ein paar Gute-Laune-Bonbons oder einer Notfallschokolade, lieben Worten oder einem besonderen Duft. Seid kreativ … Hauptsache ihr seid gut und liebevoll zu euch. Ihr seid es wirklich wert.

Wisst ihr, ab und zu bekomme ich von meinen Klienten Fotos geschickt. Sie zeigen mir Duschbad oder Badezusätze, Tees oder eine Tafel Schokoladen, manchmal auch eine witzige Tasse oder eine Kerze oder eine Karte mit Spruch … sie kaufen sich etwas Kleines, so dass sie dann für eine ganze Weile sich immer wieder etwas Gutes tun können oder sich daran erinnern. Wir dürfen es wirklich lernen. Und es ist ein Lernprozess. Mein Lernprozess hat viele Jahre gedauert und auch heute noch gibt es mal einen Tag wo ich es vergesse und mich selber daran erinnern muss. Wir lernen nun einmal nie aus.

Es ist schön, dass es euch gibt.

Herzensgrüße, eure jetzt teetrinkende Kerstin

P.S.: Ja, ich habe erst kürzlich über die Selbstfürsorge geschrieben, aber man kann es nicht oft genug sagen und einander daran erinnern. 😉