~ Trauer ~

Kerze Trauer pixabay

(Foto: pixabay)

Wir alle haben wohl schon einmal jemanden in unserem Leben verloren – egal ob durch Trennung oder Tod. Es schmerzt immer. Bei Mensch & Tier und bei Mensch & Tier.

Ich sitze gerade weinend hier und das ist auch gar nicht schlimm.
Meine Mutti war nun 8 Tage bei mir. Es war schön und wahnsinnig und auch wahnsinnig anstrengend. Wir nabeln uns halt nicht ohne Grund ab. Nun besuchten sie, mein Vater und meine Mutter, gestern meine Tante. Der Todestag meines Onkels ist nun schon 2 Jahre her. Heute früh schickte mir mein Vater dann zwei Fotos per Mail … eins von meinem Onkel und eins von meiner Tante. Es sind alte Fotos. Fotos die sie zeigen, wie ich sie aus meiner Kindheit kenne. Wir sind um drei Ecken verwandt, aber sie waren/sind mir so nah als wären es meine Eltern oder Großeltern – irgendwas dazwischen. Und ich seh diese Bilder an und muss weinen, weil sie mir so wichtig sind, so nah und doch so weit weg. Und meine Tante wird alt. Sie ist dement. Und ich spüre, dass sie sich verabschiedet. Mit meinem Onkel starb ein großer Teil von ihr und damals hat sie die Entscheidung getroffen nicht mehr weiterleben zu wollen – ich konnte es sehen und fühlen. Mein Onkel ist auch noch immer bei ihr. Seine Seele will nicht ohne sie gehen. Und ich spür in mir diese große Liebe zu ihnen. Deswegen fließen die Tränen. Ich bin dankbar für jede Minute mit ihnen und trage die Erinnerungen in meinem Herzen.
So geht es euch sicherlich auch, wenn ihr jemanden verloren habt, den ihr so sehr liebt. Dabei ist es so unwichtig ob es ein Mensch oder Tier war. Die Liebe ist das Einzige was hierbei zählt.

Wir trauern alle anders. Der eine zieht sich zurück, der andere lenkt sich ab und wieder andere reden und reden und reden. Manchmal sind wir mit unserer Trauer auch anderen zu viel. Da muss ich mich an den Tod meiner Mary Lou erinnern. Danach fiel mich meine Lucy Lou an. Sie kam mit mir nicht zurecht. Wenn sie eine Freigängerin gewesen wäre, dann wär sie vermutlich abgehauen oder wäre nur selten zu mir gekommen. Ich habe die Ursache damals überall gesucht, nur nicht bei mir – zu viel Krach im Haus, zu schlechtes Wetter, zu viel zu tun oder eine Krankheit oder oder oder. Alles, nur nicht meine und ihre Trauer. Hätte ich ein anderes Tier noch gehabt, dann wäre vermutlich das andere Tier daran schuld gewesen. Wir vergessen zu schnell, dass wir in all unseren Zuständen und Prozessen Energien aussenden und diese spüren andere Menschen und Tiere. Diese Energien können dazu führen, dass sie zu uns kommen oder dass sie uns meiden. Ganz so, wie sie damit umgehen können.

Vermissen ist gut. Vermissen ist vollkommen in Ordnung. Und Trauer braucht seine Zeit. Keine Trennung und kein Tod, ist schnell überwunden. Wir können Briefe schreiben, wir können uns Fotos ansehen und uns erinnern. Musik hören oder Filme anschauen. Alles was uns einander wieder näher bringt. Nur irgendwann müssen wir Pausen machen und uns anderem zuwenden, uns ablenken oder ablenken lassen … den Fokus auf etwas anderes legen. Und wenn wir spüren, dass jemand uns aus dem Weg geht, dann können wir nur fragen oder sie einfach auch lassen, denn sie trauern vielleicht auch oder können einfach gerade nicht mit uns umgehen.
Ich ließ nach einigen Monaten – und ich hatte wirklich große Angst vor Lucy Lou bekommen – ein Gespräch mit ihr führen. Das brachte mir Hilfe und ich wusste was zu tun war. Ich holte mir damals Hilfe und es wurde wieder besser. Wir brauchen alle Zeit. Und wenn wir denken, wir sind drüber hinweg und mit dem Trauern fertig, dann wird noch einmal etwas geschehen und es schmerz erneut, aber anders, denn wir sind an einem anderen Punkt. Die Liebe bleibt – immer…

Alles Liebe, eure Kerstin