~ wenn alte Schuhe nicht mehr passen ~

Erst kürzlich wurde ich wieder auf ein sehr altes Thema von mir gestoßen. Wie ich schon in einem alten Beitrag schrieb, war ich seit Jugendtagen depressiv. Erst relativ spät, weil ich niemanden davon erzählte und es für mich behielt, begann ich mit Therapien. Ich habe verschiedenste Therapien versucht und auch diverse Medikamente bekommen und das teilweise über einen sehr langen Zeitraum. Nichts davon half wirklich. Ich kam aus meinem Gefühl völlig falsch zu sein, hier nicht hinzugehören und nie gut genug zu sein, nicht heraus. Es wurde einfach nicht besser, egal was ich tat. Und die Psychopharmaka wirkten null, von den Neben“wirkungen“ mal ganz abgesehen. Die Lüge, dass Psychopharmaka nicht abhängig machen, glaube ich lange, bis ich sie absetze und durch einen Entzug ging. Ich möchte niemandem raten, selbstständig diese Medikamente abzusetzen, denn dies kann gefährlich sein. Ich tat es dennoch und eines ist mir bewusst, alles was „erst einen Spiegel“ aufbauen muss führt zu einer Form der Abhängigkeit, denn was passiert denn, wenn man das Medikament nicht mehr nimmt? Das ist ganz persönlich meine Meinung.

Nun saß ich in meinem Leben vor vielen Ärzten und Therapeuten und alle versuchten mir zu helfen und mich aus meinem Kreislauf herauszuholen. Aber es wirkte nicht und vor allem wirkte es nicht dauerhaft, weil ihnen eine Komponente fehlte. Ich kann es glaube ich mit einem Puzzleteil am besten beschreiben. Man hat eine Lücke im Puzzle und es gehört ein quadratisches Teil mit vier „Nasen“ (Nennt man das so? Aber ich denke ihr wisst was ich meine.) rein, aber die Ärzte und Therapeuten geben dir nur quadratische Puzzleteile mit 3 Nasen, dann sieht es erst einmal so aus, als würde es passen, aber es fehlt eben eine „Nase“ um es wirklich vollständig zu haben. Und so lief ich ganz lang herum und war eben nicht vollständig und „geheilt“.         … das Thema „heilen“ und „geheilt“ werden ist schwierig. Kann man wirklich heilen oder geheilt werden ? … ich weiß es ehrlich gesagt nicht, denn nach jedem „abgearbeiteten“ Punkt ploppt irgendwann ein neuer auf. Ich würde daher statt „Heilung“ „Wandlung“ sagen. Man wandelt sich und mir dieser „Wandlung“ kommt die „Nase“.         … Nun aber wieder zurück. Als ich dann die Tierkommunikation und den Schamanismus kennen lernte, veränderte, wandelte ich mich. Kaum jemand kann uns so gut beibringen und lehren im Hier und Jetzt zu leben wie die Tiere. Wenn Tiere fressen, dann fressen sie, wenn sie spielen, dann spielen sie, wenn die schlafen, dann schlafen sie. Wie ist es denn bei uns Menschen? Wenn wir essen, dann lesen wir oder schauen wir fern oder arbeiten sogar noch nebenher. Schlafen ist doch für viele Menschen ein Problemthema. Sie leiden unter Ein- und Durchschlafproblemen, weil ihnen so viel im Kopf herumschwirrt. Wenn wir spazieren gehen, dann denken wir auch weiterhin an unsere Probleme, Aufgaben und Themen, anstatt einfach mal nur ganz bewusst einen Fuß vor den anderen zu setzen. Wir sind also oft gar nicht in der Lage mehr nur das zu tun, was wir tun. Und genau das können uns die Tiere beibringen. Dafür muss man gar nicht zwingend Tierkommunikation können. Es reicht schon sie zu beobachten. Das habe ich von den Tieren gelernt und das tut mir gut. Immer wieder merke ich, wie ich wirklich bewusst gehe oder wie ich ganz bewusst schmecke oder fühle. Kürzlich erst, der erste Schnee fiel und eine Schneeflocke landete auf meiner Lippe. Das war ein unglaublich intensives Gefühl, das ich schon ewig nicht mehr wahrgenommen habe. Oder das Gefühl, wenn man heißen Tee trinkt, wenn einem kalt ist. Wie diese warme Flüssigkeit sich im Mund anfühlt, den Hals wärmt und sich dann die Wärme im Körper verteilt. Sich dafür mal Zeit nehmen. Die haben wir, wenn wir das wollen, denn das sind alles Sekundenmeditationen. Einfach genießen und nachspüren. Mehr ist es eigentlich nicht. So schulen wir unser Bewusstsein und das Leben im Hier und Jetzt. Als dann einige Zeit später noch der Schamanismus in mein Leben kam, füllte sich mein Puzzle. Auf eine ganz andere Art und Weise wird mit der Seele gearbeitet, ganz anders als in allen Therapien. Hier geht es nicht nur ums Umdenken, sondern auch mit ums Umfühlen, ums Schauen was fehlt und was zu viel ist, ums Ausgleichen, ums Annehmen und Abgeben. Erst durch den Schamanismus habe ich den Mut in mir gefunden Dinge zu tun und zu wagen, die ich davor niemals getan hätte, einfach weil ich so viele alte Muster und Glaubenssätze in mir hatte, dass ich gar nicht in der Lage dazu war. In den Jahren zuvor, hätte ich mich niemals getraut laut an der Kasse zu sprechen und der Kassiererin Geld für eine mir fremde Person zu geben. (Ich habe euch davon in einem Beitrag erzählt.) Ich hätte mich niemals beschwert oder etwas getan, womit ich auffallen könnte. Im Mittelpunkt zu stehen ist noch immer nicht meins, auch wenn ich als Löwe dies wohl gern tun sollte und mir auch bewusst ist, dass ich oft im Mittelpunkt stehe, aber es gar nicht will. Ich habe noch viele Themen an denen ich lerne und wandel. Aber habe ich in den letzten Jahren so eine große Wandlung vollzogen, die ich durch die Schulmedizin niemals gemacht hätte. Ich habe durch die Tierkommunikation und den Schamanismus mein quadratisches Puzzleteil mit den vier „Nasen“ gefunden. Dieses Puzzleteil kann für jeden etwas anderes sein.

20190106_101207 bearb logo kleinerIch musste gerade darüber nachdenken, wie ich überhaupt auf das Thema gekommen bin. … Ein alter Arzt holte eine alte Diagnose für mich heraus und ich weiß eins, ich habe keine Depressionen mehr und das habe ich meinem Weg der Tierkommunikation und des Schamanismus zu verdanken. Diese alten Schuhe passen mir nicht mehr. Niemand von uns ist davor gefeit Erschöpfungszustände zu bekommen, nur liegt es in unserer Hand damit zu arbeiten und uns zu wandeln, auf dem Weg der uns die vierte „Nase“ bringt. Wer sich auf seinen ganz persönlichen Weg begibt, wird keine Rückschritte mehr machen können, auch wenn es sich manchmal so anfühle mag. Wer auf seinem Weg ist, der ist immer in Wandlung und so wie aus einem geschliffenen Diamanten kein Rohdiamant mehr werden kann, so kann aus uns nicht mehr das alte Ich werden, weil wir immer an einem anderen Punkt sind, wenn uns alte Themen begegnen.

Ich möchte jedem Mut machen, seinen Weg zu suchen und sich auf diesen zu begeben, auch wenn andere Menschen es nicht verstehen können und der Weg nicht leicht sein wird. Es ist dein Leben. Nur deins. Und wenn du „Ja“ zu dir sagst, dann wird sich alles irgendwann zeigen und du beginnst die Wandlung die für dich bestimmt ist. Und irgendwie beginnt man mit der Wandlung auch eine Wanderung – auf in Abenteuer. Es bedarf nur ein „Ja“ zu sich und zur Selbstliebe, denn die Liebe ist der Schlüssel zur Veränderung.

Alles LIEBE für euch,

eure Kerstin

P.S.: Kennt ihr das Lied „für die Liebe“ von Berge? Für mich eins meiner Herzenslieder.