~ Glaube ohne Religion ~

20181221_211515 bearb Logo kleinerLetzte Nacht beging ich die Wintersonnenwende, einen heidnischen Brauch den es schon so unglaublich lange gibt. Viele heidnische Bräuche wurden nach und nach von der Kirche eingenommen und „überlagert“. Ich möchte hierzu keinen Roman schreiben, denn im Internet gibt es genug Beiträge hierzu und z.B. in dem Buch „Rauhnächte“ von Elfie Courtenay wir auch viel beschrieben. Bräuche und Rituale, die durch die Natur und deren Ereignisse entstanden sind, sind mir näher als die, die durch die Religion erschaffen wurden. Ich bin dabei diese für mich zu entdecken und zu erforschen.

Ich bin ein Mensch der betet und einen Glauben hat. Allerdings gehöre ich keiner Religion an.

Erst kürzlich wies mich ein Mann darauf hin, dass die Energien mit denen ich arbeiten würde, satanisch wären. Ich weiß nicht was an Naturgeistern, Mutter Erde, Vater Himmel und den Spirits satanisch wär, aber ich habe gewusst, dass ich diesen Mann dort lassen muss wo er ist. Er hat seinen Glauben und ich meinen. Nach seinen Worten auf meiner Seite und seinem Profil zu „urteilen“ (ja, das sollte man nicht tun und dennoch waren dort Beiträge die sehr eindeutig sind) ist er ein strenger Christ. Er bat mich unvoreingenommen die Bibel zu lesen. puuuuh … das wird nicht geschehen. Mich wird auch niemand bekehren können oder irgendwie dazu bringen einer Religion beizutreten. Er ist der Meinung Gott hat alles erschaffen. Ich persönlich kann mit dem Wort „Gott“ nicht das verbinden, was die Kirche und andere Religionen damit verbindeen. Ich glaube an den großen Geist, das große Geheimnis, das große Ganze. Es gibt für mich kein Bild. Es ist für mich eine Energie die ich spüre und die überall ist und die in jedem von uns ist. Jeder kann sie für sich so nennen, wie es sich für ihn richtig anfühlt.
Eine ehemalige Freundin von mir sagte mal „Ich nehme mir aus allen Religionen das was mir gefällt und lebe so.“ – das fühlt sich für mich sehr stimmig an. Religionen haben durchaus etwas Positives. Sie geben Menschen einen Halt und eine Richtung. Allerdings habe ich das Problem, dass Worten geglaubt wird und das bei einigen Menschen sehr radikal, die ein Mensch niedergeschrieben hat. Weder die Bibel noch der Koran oder was auch immer, kamen durch einen „Lichtstrahl“ auf die Erde und waren plötzlich da. Ein Mensch hat diese Worte zu Papier gebracht. Ein Mensch hat diese Worte erhalten und wer sagt denn, dass dieser Mensch exakt diese Worte erhalten hat und nicht Bilder oder Gefühle wahrnahm und diese dann mit seinen eigenen Worten beschrieb? Und hierbei können „Übersetzungsfehler“ auftreten. Wir glauben vielen Worten. Wir lesen Sachbücher und glauben dem was geschrieben steht, mal mehr und mal weniger. Oft hinterfragen wir dies, nur fehlt mir das teilweise in Bezug auf Religionen. Da gibt es Menschen die sehr radikal sind und all das glauben was ihre Religion predigt, aber vieles andere wird von ihnen hinterfragt. Das ist doch irgendwie skurril oder?

Ich gehe nun seit einigen Monaten zur Meditation bei den buddhistischen Mönchen hier in Brandenburg. Es sind ganz wundervolle Menschen. Und auch hier habe ich meine „Probleme“. Mit sehr vielem kann ich mitgehen, aber es gibt gewisse Punkte, die auch hier für mich nicht stimmig sind.

Dieses Gut und Böse, Himmel und Hölle, damit habe ich im Moment wirklich ein Thema. Warum sollte es einen Himmel und eine Hölle geben und wer bestimmt was gut und was böse ist und wer wohin kommt? Ich habe den Glauben in mir, dass meine Seele (also ich) auf diese Erde gekommen ist um Erfahrungen zu machen und diese Erfahrungen können so viel sein. Irgendwann sind wir alle mal Täter und mal Opfer – was durch sehr schwere Ereignisse passiert sein kann, aber vielleicht war es der Auftrag dies zu erleben, so schlimm wie es auch war und ist. Ich möchte nichts beschönigen oder klein machen oder entschuldigen, denn uns wiederfahren Dinge, die wirklich schrecklich sind und wir tun auch Dinge die wirklich schrecklich sind, aber dies ist mein Weg mit dem Thema Himmel und Hölle und meinen eigenen Erlebnissen umzugehen. Ich habe in mir den Glauben gefunden, dass alles einen Grund hat und dass es einen Plan für mich gibt, den ich gar nicht kenne und mein Leben hat ein Ziel, welches ich auch nicht kenne, aber egal was ich tu und wofür ich mich an Weggabelungen entscheide, ich werde immer an das Ziel kommen und den Plan erfüllen, auch wenn ich Umwege gehe. Für mich ist es wichtig anderen Menschen und den Tieren so gut wie ich nur kann zu helfen und ihnen zu dienen (ein schwieriges Wort, über das ich meinen ersten Blogbeitrag schrieb) und zu mir selber so gut zu sein, wie ich nur kann. Ich bin keine Heilige und ich bin nicht perfekt. Ich habe Fehler und ich mache Fehler. So wie ich in einigen Bereichen meines Lebens Opfer war, so war ich auch schon Täter und selbst mit diesen Worten bin ich gerade Täter, denn ich kritisiere und werte und verletze vermutlich Menschen sogar gerade. Wer bestimmt also jetzt was gut und was böse ist und wer in den Himmel und wer in die Hölle kommt und wie das mit dem Karma ist? Das ist es, weswegen ich für mich glaube, dass wir hier sind um Erfahrungen zu machen, die schönen wie die schmerzhaften. Und so wie ich hinterfrage, so bitte ich euch darum meine Worte zu hinterfragen. Was ist für euch stimmig? Woran glaubt ihr? Wie empfindet ihr dies alles? Findet bitte euren Weg und eure Wahrheit. Ich glaube es gibt mehr als nur eine Wahrheit. Aber eine der schönsten Wahrheiten ist wohl, dass die Liebe das einzige was wirklich zählt und heilt.

Alles Liebe, eure Kerstin