~ auf und ab ~

„Heute ist mir danach wieder mal etwas zu schreiben, dabei weiß ich noch gar nicht genau worüber.“

Das war der Satz, den ich gestern schrieb – danach kam nichts. So ist das manchmal. Da möchte man etwas schreiben und dann ist da einfach eine Leere, es fließen keine Worte und damit muss ich dann auch leben.

Ich bin eigentlich kein Freund davon Namen zu nenne, aber ich muss dir, Daniel, einfach mal DANKE sagen. Unser Austausch tut mir so unglaublich gut und dein Lachen und deine positive Art ist für mich ein Geschenk. Mit dir bekommen auch schwere Themen etwas Leichtes. Und mit dir Bilder zu entwickeln ist mir eine Freude. Dankeschön.

Nun aber zu dem, worüber ich heute Morgen eigentlich schreibe will.
Ab Freitag bin ich wieder als Assistentin im schamanischen Ausbildungswochenende der EngelWölfe Berlins und der Freitag beginnt mit einem Redekreis. Ein Redestab geht von Mensch zu Mensch und der der ihn in den Händen hält spricht aus seinem Herzen und alle anderen hören mit dem Herzen zu. Innerhalb einer Minute kann man darüber berichten, was in den letzten Monaten passiert ist, wie es einem geht und womit (Themen, Prozesse etc.) man zu diesem Wochenende gekommen ist. Eine Minute ist wenig, umso wichtiger ist es dabei wirklich nur das zu sagen, was man fühlt und was in diesem Augenblick präsent ist. Als ich heute Morgen wach wurde, musste ich an diesen Redekreis denken. Was sollte ich sagen? Das letzte Mal sagte ich noch, dass ich einen tollen Sommer hatte mit einem tollen Menschen und nun? Der Absturz? Die Tiefe? Alles weg?
20181030_145516 bearb Logo kleinerIch bin ein Mensch der Bilder und so kam mir das Bild einer Achterbahn. Dieser erste Anstieg bevor man dann in die Tiefe stürzt. Irgendwie so fühlte es sich an, nur ohne den Schwung und ohne Wagen. Ich bin also den Sommer über langsam diesen ersten Anstieg hochgeklettert, auf allen Vieren. Es war toll, aber es war eben auch sehr anstrengend. Oben angekommen sah ich dann den „Abgrund“ und ich schlitterte, mich an den Schienen mit den Händen festhaltend, in die Tiefe. Mit schmerzenden Händen saß ich dann da unten und sah den Anstieg, den ich hinuntergerutscht war und den Anstieg den ich noch nicht kannte. Erst einmal sitzt man da so und weiß gar nicht was man tun soll. Aus einer Achterbahn kann man nicht aussteigen, wenn man sie einmal betreten hat und das Leben ist eine Achterbahn – immer. Tja und nun hab ich mich schon seit einigen Tagen an den Aufstieg gewagt und kletter den mir unbekannten Anstieg hoch. Was danach kommt weiß ich nicht. Jetzt weiß ich nur, dass ich auf dem Weg bin. Und so ist es bei uns allen. Wir haben alle unsere Hochs und Tiefs, wichtig ist nur, dass wir nicht aufgeben und weitergehen und weiter klettern und weiter rutschen.
Ich kletter nun hoch und ich habe nun in der letzten Zeit gelernt wie wichtig ich mir selbst bin und vor allem sein darf, dass ich auch zu Menschen „nein“ sagen darf, wenn sie mir nicht gut tun oder mich verletzen. Ich muss nichts mehr aushalten und ich muss auch nichts mehr entschuldigen und dahinter sehen. Ich werde immer für Freunde da sein, aber es sind Freunde und wenn sie sich nicht auf ihren Weg machen, sondern mir nur Energie rauben wollen und mich brauchen um eine Aufgabe oder eine Krücke zu haben, ohne etwas dafür selber zu tun, dann muss ich mich irgendwann verabschieden. Kunden werde ich immer begleiten, nicht des Geldes wegen, nein, weil Kunden zu mir kommen eben weil sie sich auf den Weg gemacht haben – den Weg der Veränderung. Jeder darf für sich entscheiden wie er leben will und so darf auch ich es.

20181030_211711 bearb Logo kleinerIch bin dankbar für die Menschen die sich mir zeigen, egal wie und wo. Es gibt diesen Spruch (sinngemäß) „Menschen in deinem Leben sind entweder ein Geschenk oder eine Lektion“ und ich bin jetzt einfach mal so dreist, dass ich sage sie sind immer Geschenke. Gefallen tun uns Geschenke am Anfang immer, aber erst wenn wir sie „auspacken“ erkennen wir ob sie uns gefallen oder nicht, aber Geschenke sind es immer. Manche davon behalten wir und andere geben wir weiter und lassen sie los. Ich möchte niemanden als Lektion bezeichnen, denn wenn sie in unser Leben treten ist es immer erst einmal schön – wie lang spielt dabei erst einmal keine Rolle – deswegen ist jeder Mensch ein Geschenk für mich. Und Lektionen lernen wir alle jeden Tag, unabhängig von anderen Menschen.
Ich bin dankbar für jeden Menschen der in meinem Leben ist und war. Ich habe in der Zeit meines „Absturzes“ Menschen um mich gehabt und erlebt wie Frauen für einander da sein können. Etwas, was mir neu ist. Und dafür bin ich zu tiefst dankbar.

Nun wünsche ich uns allen ganz viel Kraft und Mut für all die Abstürze und Aufstiege die wir in unserem Leben meistern.

Alles Liebe, eure Kerstin