~ Sternenhimmel ~

Ich stehe jeden Abend an meinem Fenster und schau in den Himmel. Ich liebe die Sterne schon immer und fühle mich ihnen sehr nah. In Berlin habe ich sie sehr vermisst, nicht nur weil es so hell ist in Berlin, sondern weil ich auch im EG wohnte und gefühlt so weit entfernt von ihnen war.

20180628_232820 bearb Logo kleinerAls ich nun vor ein paar Abenden am Fenster stand, betete ich zum großen Geist. Für mich ist beten ein Gespräch. Ich spreche aus meinem Herzen und erzähle was kommt, bitte um das was sich mir zeigt und lausche dem was mir gebracht wird. Und so stand ich am Fenster, betete und lauschte. Ich sah die vielen Sterne leuchten – manche heller als andere und manche etwas kleiner und wieder andere größer, manche waren in kleinen Grüppchen und andere standen (anscheinend) allein. Als ich sie so betrachtete und mein Blick hin und her schweifte, bemerkte ich, dass ich die „dunkleren“ und kleineren Sterne gar nicht so wirklich wahrnahm, weil mein Blick nicht auf sie gerichtet war. Dabei wurde mir so einiges bewusst. Dieser Sternenhimmel steht für so vieles.

Nehme ich meine Themen … mein Fokus liegt immer auf denen die am meisten „leuchten“, aber da sind noch mehr, die existieren, die ich aber gar nicht so für voll nehme, weil ich meinen Blick nicht auf sie gerichtet habe. Und zudem sehe ich auch nur die Themen, die in meinem Blickfeld liegen. So wie ich aus dem Fenster schau und nur einen Bruchteil des Himmels sehe. Themen sind nicht immer negativ gemeint, es können auch schöne Themen sein, die leuchten oder sich nur schwach zeigen. Und so wie ich aus meinem Fenster nur einen Teil des Sternenhimmels sehe, so sehe ich auch nur einen Teil meiner Themen. Bin ich an einem anderen Ort, dann sehe ich wieder andere Themen, so wie sich auch der Sternenhimmel ändert.

Auch unsere Erkenntnisse sind wie der Sternenhimmel … wir nehmen nur das wahr, wo unser Blick ist und was wir sehen können.

So ist es auch für mich bei schamanischen Behandlungen, Testungen mit Pendel oder Tensor, Energiearbeit, Matrixarbeit oder der Tierkommunikation. Jeder Mensch und jedes Tier sieht nur einen Teil, deswegen sind Behandlungen, Gespräche oder Testungen zu einem Thema eines Menschen so verschieden. Nicht nur der Klient steht an seinem Punkt und sieht seinen Teil des Sternenhimmels, nein, auch der Behandler steht an seinem Punkt und sieht nur einen Teil des Sternenhimmels. Wenn wir von allen Menschen und Tieren die Sternenhimmel zusammenlegen würden, dann könnten wir vielleicht ansatzweise alles erfassen – aber selbst da bin ich mir im Moment unsicher.

Diese Sterne stehen aber für mich noch für etwas ganz anderes. Für die Sichtbarkeit und Wahrnehmung. So wie es sehr helle Sterne gibt, so gibt es auch Menschen die sehr präsent sind und die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Es wirkt so als ob sie nur so vor Kraft und Energie und Magie strotzen. Ihnen wird viel Aufmerksamkeit geschenkt, eben weil sie so präsent sind. Aber dann gibt es noch ganz viele andere Sterne, sie sind ebenso voll von Kraft, Energie und Magie, aber da sie nicht so extrem leuchten werden sie übersehen. Was sehr schade ist, denn wenn man nur ein bisschen mehr seiner Aufmerksamkeit diesen Sternen schenkt, dann sieht man welche Wunder sie in sich tragen. Und so ist es auch bei den Menschen und Tieren. Wenn wir jenen, die vermeintlich „dunkler“ sind mehr Aufmerksamkeit schenken, werden wir überrascht, welche Wunder in ihnen stecken. Und wer weiß, welche Schätze wir da wirklich finden. Nicht alles was hell leuchtet ist so wie wir es denken. Bei uns Menschen wird viel geschauspielert, deswegen habe ich so eine Abneigung gegenüber Schauspiel und Fassaden. Was so hell leuchtet, versteckt manchmal auch sehr viel in den Tiefen. Licht und Schatten tragen wir alle in uns, und wir dürfen beides zeigen. Ich durfte in ruhigen, „unscheinbaren“ Menschen schon viel Zauberhaftes entdecken und ich durfte schon hinter viele Fassaden schauen. Vielleicht sind mir deswegen die „unscheinbaren“ Menschen etwas lieber, weil ich das Gefühl habe, sie sind echter, wahrhaftiger.

Auch heute Abend werde ich wieder in den Himmel schauen und beten und lauschen … und wer weiß was sie mir diesmal erzählen und zeigen.

Alles Liebe, eure Kerstin

* edit: Ich möchte gern noch etwas zu dem Text sagen.
Bei dem Wort „Schauspiel“ spreche ich nicht von dem Beruf des Schauspielers. Und ich spreche hier auch niemanden persönlich an bzw, habe an niemanden dabei gedacht. Es ist schlichtweg meine Erfahrung und mein Erleben. Ich mag einfach Menschen lieber dich sich echt zeigen. Dass es manchmal wichtig ist zu schauspielern, weil es Institutionen brauchen bzw. dem eigenen Schutz dient ist mir durchus bewusst. Ich spreche hier ganz allein für mich. Ohne Frage hat alles seinen Sinn und seine Berechtigung, seine Vor- und Nachteile … jeder darf da einfach für sich forschen und leben.