~ was gerade so los ist ~

Ich bin im Moment sehr emotional, sehr offen und empfindsam. Immer wieder sitze ich an meinem PC und beginne zu schreiben oder versuche ein Video aufzunehmen. Ich möchte euch so viele WUNDERvolle Dinge erzählen und doch fließen die Worte nicht so wie sonst aus meinem Herzen.

20180719_221946 bearb Logo kleinerIch hatte die Ehre einen großartigen Hund und seine Familie beim Sterben zu begleiten. Alle Wünsche wurden gesagt und alles wurde und wird getan … es war ein liebevolles und friedliches Gehen … und doch war es ein Gehen. Sterben. Tod. Ach, ich bin da so schlecht drin. Ich fühle so sehr mit. Es ist auch gerade nicht der einzige Sterbefall den ich miterlebe. Ich weine mit ihnen und ich spüre wie ihre Herzen unter dem Verlust zerbrechen. Ich kann nur da sein, zuhören und all das halten was kommt. Und dabei kommen auch in mir Erinnerungen hoch. Erinnerungen an Nick und Mary Lou, meine Omas und meinen Onkel. Wie verschieden sterben sein kann. Warum kann ich nicht das Leben feiern? Warum weine ich um jemanden anstatt die gemeinsame Zeit zu feiern? Ich würde so gern feiern. Ich wär so gern dankbar für die gemeinsame Zeit – was ich ja auch bin, aber dankbar ohne diese Traurigkeit. Und dann nerven mich all die Tränen die ich vergieße und all die Schmerzen die ich spüre. Werde ich ihre Leben nie feiern können? Bin ich dafür einfach in der falschen Region und Gesellschaft geboren und aufgewachsen? Wo ist der Fehler? Gibt es überhaupt einen Fehler? Und gibt es Menschen in anderen Regionen, die sich wünschten sie würden so trauern wie wir? Kann man sich das überhaupt wünschen? Ich frag mich, was mir fehlt um das körperliche Ende als das anzusehen und anzunehmen was es ist … ein Ende des Körpers. Die Seele lebt weiter. Niemand ist verloren. Die Erinnerungen tragen wir in uns und geben sie weiter. Ein endloses, ein unsterbliches Leben haben wir somit alle. Aber dennoch ist das körperliche Ende so schmerzvoll, so voller Leid.

Ich bin gerade froh, dass ich euch das alles schreiben kann … dass die Worte fließen. *seufz*

Ja, an manchen Tagen wünscht ich mir, ich könnt mich noch besser abgrenzen, noch mehr Profi sein … spirituell weiter, weiser oder wie man es auch immer bezeichnen mag … und dann wiederum spür ich in mir „NEIN!!! ICH BIN GENAU SO UND GENAU SO BRAUCHT DIE WELT MICH. SO BRAUCHEN MICH DIE MENSCHEN UND TIERE.“. (Ich muss tief atmen.) Es ist nicht immer leicht so zu sein. Es macht auch nicht immer Spaß ich zu sein. Ich weiß, dass ich helfe und dafür danke ich jeden Tag dem großen Geist. Dies tun zu dürfen und zu können ist ein Geschenk … nur verlier ich an manchen Tagen die Leichtigkeit dabei, denn auch ich habe eine Geschichte, auch ich habe eine Vergangenheit.

Heute ist heute und morgen ist morgen. Heute weine ich für die Verstorbenen und Hinterbliebenen und bringe die Verstorbenen ins Licht. Und morgen … morgen werde ich erwachen, wenn ich darf, und all die Seelen ins Licht bringen die mir begegnen, ich werde Menschen und Tiere unterstützen und sie auf ihrem Weg begleiten, beten, Kerzen entzünden und Energien senden, ich werden Menschen zum Lachen bringen und andere umarmen… ich werden helfen, ich werde da sein und das heilen was ich heilen darf … und meinen Weg gehen.

Und nun sage ich gute Nacht ihr Wunder.

Eure Kerstin