~ was mich gerade bewegt ~

20180630_074014 bearb Logo kleinerIch fange heute einfach mal an zu schreiben. In mir sind viele Worte und viele Themen und Prozesse. Alle wollen gern nach Außen kommuniziert werden, aber wo ich anfangen soll, weiß ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht.

Manchmal frage ich mich warum ich das alles mache. Warum schreibe ich hier? Warum spreche ich mit Tieren? Warum helfe ich den Menschen? Warum verstecke ich mich? Warum zeige ich mich? WARUM? Kinder möge die Frage „Warum?“ und damit können sie so manche Erwachsene zur Verzweiflung bringen. Und irgendwie bringen auch mich diese Fragen zur Verzweiflung. Aber nur so lang, bis ich mich wieder daran erinnere warum ich es tu. Ich schreibe all das, weil ich selber nur zu gut weiß wie es ist, wenn man das Gefühl hat, man steht mit all dem, was einen umgibt und was man durchmacht allein da. Man fühlt sich anders, abgelehnt, nicht zugehörig, gestört oder fehl am Platz. Aber eigentlich ist das alles eine Illusion, weil wir in einer Welt der Illusionen leben. Wir sehen erfolgreiche Menschen, aber wissen nicht was bei ihnen wirklich ist? Wir wissen nicht, was in ihnen vorgeht, wie ihr Zuhause ist und wie wohl und angekommen sie sich im Leben fühlen. Wir wissen es nicht. Wir sehen nur einen Hauch von Mensch und geben uns einer Illusion hin, einer Illusion, die wir vielleicht auch selber herstellen. Und ganz oft, so empfinde ich es, gibt es so eine Illusion auch unter den diversen Heilern. Sie zeigen sich im Licht stehend, Prozesserfahren, weit entwickelt und höchst begabt und erfolgreich. Ich hatte Kunden, die mir von ihrem Erfahrungen mit Schamanen und anderen Heilern erzählten und wo sie im Nachhinein wussten, dass das Scharlatane sind, die nur ihr Geld wollten und es auch bekamen. Irgendwie bewundere ich ja diese Menschen die andere so anziehen und so viel Geld von ihnen nehmen. Aber mir fehlt da irgendwie der Geschäftssinn oder so etwas in der Art. Ich schreibe, weil ich mir wünsche, dass wir lernen zu hinterfragen, Worte zu hinterfragen, Gesehenes zu hinterfragen, Illusionen und Fassaden zu hinterfragen. Vielleicht zerstören wir auch dabei etwas Positives, aber dann wird dies nicht von langer Dauer sein, weil wenn wir etwas Wahres hinterfragen und eventuell „zerstören“, dann repariert sich das wieder. Ach, wie oft werde ich als Spinner oder Verrückte bezeichnet, aber noch viel mehr werde ich als das gesehen was ich bin, ein Mensch der anderen helfen kann und möchte. Ich vollbringe keine Wunder – wobei, was sind Wunder? Ist es ein Wunder, wenn ich einem vergifteten Tier Energie schicke und in der Nacht das Tier schneller genest als vorstellbar? Ach, manchmal ist das einfach Schreiben wirklich interessant, weil es mich weiter führt von Thema zum Thema.

Es war an einem Montag 23Uhr. Mein Handy sagte mir „ABC will sich mit dir verbinden.“. Ich las die Nachricht, las die Not und spürte meine Müdigkeit und Erschöpfung. Ich fragte mich „Kann ich das jetzt noch? Will ich das jetzt noch? Geh ich über meine Grenzen?“ und ja, ich war müde und ich war so richtig erschöpft, aber ich weiß auch, dass ich auf der Welt bin um zu helfen und in mir war diese Stimme ganz klar. Also antwortete ich und schrieb der Person alles Wichtige zu meiner Arbeit. Wir fanden einen Weg und so sprach ich mit dem Hund noch in der selbten Nacht. Er wurde entführt und absichtlich vergiftet. Wie durch ein Wunder fand der Mensch seinen Hund und brachte ihn zum Tierarzt, wo er stationär aufgenommen und behandelt wurde. Die Entführung zeigte mir der Hund, als ich mit ihm sprach. Das Gespräch war schwierig, denn immer wieder rutschte der Hund mit seinem Bewusstsein weg. Entweder waren die Medikamente so stark oder die Vergiftung so heftig oder ich hatte ihn im Tiefschlaf erwischt – ich weiß es nicht. Ich fragte intuitiv ob ich Energie schicken darf und der Hund nahm sie dankend an. Ab da wurde das Gespräch leichter, denn der Hund war wacher, aufmerksamer und lebendiger. Der Mensch war über dieses Gespräch unglaublich dankbar. Zu wissen, dass beide Seiten kämpfen und nicht aufgeben und alles tun damit sie wieder zusammen sein können, gesund und munter, half so ungemein. Manchmal sind Liebesbekundungen so heilsam und wichtiger als jeder Fakt und jedes Wissen über Geschehenes. Am nächsten Abend schrieb mir der Mensch, dass die Tierärzte sich nicht erklären konnten, wie über Nacht so eine Genesung stattfinden konnte und bereits am Mittwoche durfte der Hund den Tierarzt verlassen. Ist das ein Wunder? Für mich ja. Ich habe mich so unglaublich doll gefreut, dass ich Tränen vergoss.

Und wenn ich schon einmal dabei bin … eine liebe Kundin schrieb mich an, weil sie diesmal ein Gespräch mit ihrem Hund benötigte. Er ist alt und, wie sagt er selber so schön „nicht mehr ganz dicht“. Das Alter und der alternde Körper sind auch für Tiere nicht immer leicht zu nehmen und zu akzeptieren. Der Hund hatte das Gefühl seine Aufgabe verloren zu haben, unnütz zu sein und durch das Alter und die auftretenden Probleme selber zum Problem und zur Last zu werden. Auch hier waren es Liebesbekundungen, Erinnerungen und Energien die ich schickte, die dem Hund halfen zu verstehen, dass er so wie er jetzt ist, genau richtig ist und geliebt wird mit allem was ist. Am nächsten Tag bekam ich eine Nachricht. Der Hund wich nicht mehr von ihrer Seite, spielte, tobte, fraß „wie ein Scheunendrescher“, kuschelte, beschützte sie wieder und lebte auf. Er war der Alte, er war wie neu geboren und konnte seine „Undichtheit“ und Alterserscheinungen annehmen. Und das alles mit einem Gespräch von 30 Minuten. Wunder? Für mich immer wieder.

Aber das sind nur zwei Beispiele von vielen und von noch mehr, wo viele Worte gesprochen werden und nichts geschieht. Ich weiß nicht, ob es die Einstellung der Menschen ist oder ob es an den Themen liegt – fehlende Erziehung kann ich nicht ersetzen und Probleme kann ich nicht wegzaubern. Meist ist es viel gemeinsame Arbeit, die vor Mensch und Tier stehen, aber angehen müssen sie es und dabei können sie auch mal verzweifeln.

Ein Pferd, schwer erkrankt, für viele Tierärzte nicht mehr zu „retten“ – der Mensch wendete Liebe, viel Geld, Geduld und Herzblut auf, um Wege zu entdecken und zu gehen, die so viel Kraft und Mut kosteten und viel Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit brachten. Das Pferd ist fast wieder gesund. Ich sprach so oft mit Mensch und Tier und beide hatten einfach die Schnauze voll. Die Geduld und Kraft war am Ende und dennoch gaben sie nicht auf. Der Mensch brachte so viel Verständnis auf und tat was nur möglich war für sein Pferd, aber immer schwang Mitleid mit, viel Mitleid. Nun ist die Krankheit fast besiegt und es geht wieder an den Aufbau. Nur das Pferd spielt nicht mit. „Kein Bock mehr noch was zu machen.“ Irgendwie verständlich, nach so vielen Monaten nur in der Box und ständigen Besuchen von Tierarzt, Hufschmied, Heilpraktikern und anderen Menschen. Durch das Mitleid, was der Mensch für das Pferd empfand, wurde alles getan was für das Pferd gut war und es wollte und nun soll es natürlich für das Pferd so weiter gehen. Jetzt beginnt aber eine ganz neue Form der Arbeit. Jetzt heißt es „Ich bin hier, ich hab das Sagen und jetzt spielst du mit!“. Das ist eine 180 Grad Drehung und damit muss Mensch und Tier erst einmal zurecht kommen. Das ist ein Kampf, mehrmals täglich, aber jetzt muss der Mensch zeigen, dass er standhaft ist und bleibt und nicht einknickt und dabei sein Pferd noch immer liebt. Ich kann da leider gar nichts tun, denn dies ist ein Prozess der zwischen Mensch und Tier live ablaufen muss. Ich kann dem Menschen nur zuhören und weiter Mut machen, denn der Weg ist richtig und jetzt heißt es „einfach“ aushalten und durchstehen, so schwer wie es ist. Auch hier werden die Erfolge kommen, tun sie schon, wenn auch eben nur ganz klein.

Ich habe also meine Grenzen. Ich kann nur bis zu einer bestimmten Grenze helfen und ab da heißt es dann für mich „da sein“.

Da sein, ist wohl manchmal das Schwierigste. Wofür ist man da? Um zu helfen? Um zu triggern? Um zu verletzen? Um Projektionsfläche zu sein? So viele Aufgaben haben wir und das für so viele verschiedene Menschen. Ich bekomme so viele verschiedene Nachrichten. Manche verstehen nicht was ich hier tu, andere verstehen es nur zu gut. Manche mögen es und andere wieder nicht. Ich bin für den einen Freund und für den anderen Feind. Aber ich bin immer Mensch. Ich bin kein im Licht stehender, hell erleuchteter und schwebender Heiler … ich bin ein Mensch, mit Fähigkeiten und Gaben. Ich kann helfen und ich kann auch Angst machen. Das alles gehört zusammen. Yin und Yang. Gut und Böse. Aufbauen und Zerstören. Manch eine Nachricht verletzt mich tief und andere lassen mich vor Freude weinen. So ist es. Tag für Tag. Schritt für Schritt.

Nun habe ich ganz ohne Plan all die Worte geschrieben die geschrieben werden wollten. Es ist wieder ein langer Text geworden und auch hier werden sich die Menschen positiv oder negativ angesprochen fühlen. Meine Aufgabe? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Es ist.

Zeigt euch. Versteckt euch. Tut was ihr braucht. Hört auf euch, denn es gibt nur einen Menschen der immer an eurer Seite sein wird und den Weg mit euch geht und das seid ihr selbst.

Liebste Grüße,

eure Kerstin