~ Schamanentage an der SHS in Berlin ~

Ich war, wie gestern schon geschrieben, am Samstag in Berlin. Es waren wieder die Schamanentage und in diesem Jahr habe ich mich dazu entschieden an nur einem Tag dabei zu sein. Ich schaute mir das Programm an und wusste, dass der Samstag für mich der richtige Tag sein würde.

Wie läuft es da so ab? Es gibt immer eine Begrüßungsrunde und danach finden die einzelnen Workshops (je 50 min lang) in den 3 Räumen statt. Es gibt ein tolles Programm was überall ausliegt und zwischen jedem Workshop gibt es eine kurze Pause und auch eine längere Mittagspause. Verköstigen kann man sich dort auch sehr gut.

20180623_063650 bearb Logo kleinerDie Schamanentage beginnen bereits 9 Uhr am Morgen und das bedeutet für mich, sehr früh starten, denn der Weg ist zwar nicht weit, aber doch zeitintensiv. Ich war pünktlich da und freute mich so viele tolle Menschen zu sehen.

Wie immer rief am Anfang Heidi Baatz die Kräfte in den Raum, grüßte die Elemente, Himmelsrichtungen und Geister. Ich weiß nicht, ob ihr bewusst ist wie schön sie dabei aussieht. Danach sangen wir das Bärenmantra. Ich liebe dieses Lied und es erinnert mich an mein erstes Zusammenkommen mit den EngelWölfen, damals noch in der Mommsenstraße zum letzten Heiltänzerabend in diesen Räumen. Baba Andreas Krüger betet danach, was sehr heilig ist. HAKA-Tanz, Duft-QiGong und Runentönen wurden uns vorgestellt, denn vor jedem Workshop fand eins davon in jedem der 3 Räume statt. Und dann stellte Andreas Krüger das Format „Fährmanns Pfad – schamanische Begleitung zum Übergang in die ewigen Jagdgründe“ vor. Ich habe dieses Format bereits am letzten schamanischen Ausbildungswochenende kennenlernen dürfen und es hat mich tief berührt. So auch dieses Mal. Das bewusste Hinübergehen … ein Geschenk. Mir fehlen dafür die Worte. (Diese Veranstaltung war noch eine Gemeinschaftsveranstaltung und danach ging es ab 11 Uhr in den einzelnen Räumen los.)

Ich entschied mich für den Raum C und die „schamanische Leibarbeit“ mit Stefan Rahrig. Wie sagt Andreas Krüger so schön „Wir werden als Fummelschamanen bezeichnet.“ Und ja, wir berühren uns sehr gern – nicht unsittlich oder so, wir fallen nicht übereinander her, aber wir berühren uns – reiben uns den Milchpunkt, reiben uns die Arme, Oberschenkel, Füße oder so und halten uns an der Hand. Wir Menschen sind wirklich chronisch unterberührt. Und umso schöner war der Workshop von Stefan Rahrig und diese Gruppenleibarbeit. Wir berührten uns. Wir hörten darauf, was unser Leib und der Leib des Menschen neben uns brauchte und so wurde der Bauch gestreichelt, der Rücken massiert, die Füße geknetet und über die Stirn gestrichen. Es war wie ein wohliges Schnurren der Energie im Raum und dazu das Trommeln von Stefan und seine Worte und sein Gesang. Die Energie vibrierte und war lustvoll, vielleicht auch leicht erotisch, aber vor allem warm, weich, zärtlich und heilend. Wir schenkten einander liebevolle Berührungen und diese heilen so ungemein. Niemand war nackt, weil Berührung auch sehr gut so funktioniert. Ich bin durch all diese Berührungen, die ich bekam und gab in eine tiefe, schwebende Ruhe bekommen. Ich hätte mich gern in ein Bett gelegt und eingekuschelt, weil mir so wohlig war. Tiefen Dank für diese Erfahrung Stefan Rahrig.

12.15 Uhr besuchte ich den Workshop „Seelenrückholung“ von meiner Lehrerin Heidi Baatz. Ein Format, welches mir sehr wichtig ist und worüber ich gern in den nächsten Tages etwas sagen/schreiben möchte. Eigentlich werden meist Einzelbehandlungen vorgeführt, aber diesmal ging es um eine Kollektivseele, unsere magische, heilende Seele und diese Arbeit war ganz wundervoll. Verschiedene verletzte, gekränkte, verstoßene, verleugnete und abgelehnte Seelenanteile kehrten zurück und heilten die Kollektivseele. Wir werden mit jedem Seelenanteil, der zurück zu uns kommt immer vollständiger und heilen. Es ist also ein Geschenk für jeden diese Arbeit zu bekommen und zu erleben. Danke, dass ich dies erleben durfte.

Nach der Mittagspause lauschte ich Irmgard Schmitz bei ihrer Erzählung über ihren Heilungsweg bei den Hopi Indianern. Ihr Bericht berührte mich sehr und ließ mich sehr nachdenklich werden. Es geschieht so vieles. Wie oft denke ich „Das ist spooky.“ und dann ist es wahr. Sehr beeindruckend und berührend. Ich möchte gar nichts über den Inhalt verraten, denn ich kann dies gar nicht in Worte fassen. Ich hoffe sehr, sie wird im nächsten Jahr erneut darüber berichten und dann kommt und lauscht selber. Im Anschluss ihrer Erzählung holten sie und Andreas Krüger jedem der es wollte sein persönliches erotisches Krafttier. puuuh … mich hat es da schon etwas umgehauen und seit vorgestern bin ich im tiefen Gespräch mit meinem erotischen Krafttier. Aber was wundert es mich denn? Meine anderen Krafttiere lachen nur, denn was habe ich denn bitte anderes erwartet? pssst … ich verrate es aber euch nicht. *grins*Danke Irmgard Schmitz für deine Geschichte, deinen Weg und deine erotische Krafttiersuche.

Es war bereits 15.45 Uhr und der von mir sehr verehrte Sam, der Shiva unseres Schwarms, sprach in 2 Workshops über „die Heiligkeit der Handlung“. Ich wusste zuvor nicht worum es gehen würde, aber da ich Sam kenne und schon im Ambulatorium haben behandeln sehen, wollte und konnte ich mir seinen Workshop nicht entgehen lassen. Ich habe wohl noch nie so eine Achtsamkeit, so eine Bewusstheit und so eine Achtung bei einem Workshop gesehen. (Ich bin kurz sprachlos.) Er erzählte von sich, von seinem Leben und besonders von den letzten Wochen im Ambulatorium mit Donald Guß, unserem gemeinsamen Lehrer. „Hör auf die Energie. Wenn du sie nicht mehr wahrnimmst, dann warte, bis du sie wieder spürst.“ Ja, auch das war einer der wichtigsten Sätze für mich in den letzten Wochen. (Ich schweife gedanklich hin und her.) Sam forderte uns auf uns in einen Doppelkreis (Innen- und Außenkreis) zu stellen, so dass jeder ein Gegenüber hatte. Wir ankerten uns in uns, nahmen die Hand des Gegenüber, schauten ihm/ihr in die Augen, öffneten unser Herz-Chakra, aber blieben bei uns und in unserem Hara. Jemandem bewusst zu begegnen ohne in ihn einzudringen oder die Person in sich zu ziehen, ist eine Kunst.20180624_102050 bearb Logo kleiner Gerade die Menschen, die auf dem Weg des Erwachens sind, verbinden sich sehr schnell mit dem Gegenüber (darüber schrieb ich erst kürzlich in dem Beitrag „übergriffig“) und ich gehöre zu den Menschen die andere sehr gern umarmen. Aber hier war es wirklich die Übung ganz bei sich zu bleiben, den anderen wahrzunehmen und zu begrüßen, aber nicht einzunehmen oder reinzunehmen. Das hört sich sehr leicht an, aber versucht es bitte einmal. Begrüßt bewusst einen Menschen und bleibt dabei ganz bei euch, ohne euch zu verschließen. Danke Sam, für die wundervolle Übung und Erfahrung. Nach einer kurzen Pause zeigte er, wie er den Raum für eine Behandlung öffnet, wie er ihn hält und was geschehen darf. Es fand kein thematische Behandlung statt und doch sah man, wie die Energien flossen und was geschah. So viel Achtsamkeit und Bewusstheit … es ist für mich jetzt noch unbegreiflich, warum er noch nie zuvor dies der gesamten Menschheit zeigte. Es war einfach eine große Ehre ihn zu sehen und ihm zu begegnen dabei. Als kleines Geschenk erhielt jeder einen orange-schwarzen Samen, den wir mit einem kleinen Band uns gegenseitig um das Handgelenk banden. Auch dies geschah in voller Bewusstheit, Achtsamkeit und Respekt unserer Handlung und unseres Gegenübers. Tiefen tiefen tiefen Dank Sam für dein dich Sehen dürfen und dich erleben. (bewusst ohne Komma)

Anschließend sangen wir alle gemeinsam Lieder und Mantren und Heidi spielte dabei auf ihrer Shrutibox. Gemeinschaft ist so etwas Schönes.

Den Abschluss (19 Uhr) machten dann Gabi Happe und die „Tolon Diya“ aus der ufaFabrik. Die afrikanischen Rhythmen ließen uns tanzen, erzittern und beben. Es war Ekstase und Trance. Wahnsinn. Man muss sich dabei einfach 30-60 Menschen tanzend vorstellen, die den Rhythmen Ausdruck verleihen. Gänsehaut pur. Ich selber habe getanzt und getanzt und getanzt, bis ich einfach den Rückweg antreten musste. Danke Gabi, ich mag euch immer und immer wieder erleben. Mit euch kann man sich wirklich frei tanzen.

Naja … Abschied fällt immer etwas schwer und besonders wenn man noch durch halb Berlin muss und auf diese Welt keine Lust mehr hat. So einen großen, tollen Raum und so tolle Menschen bewusst zu „verlassen“ ist nicht so leicht, denn man fühlt sich in ihrer Gesellschaft angekommen und richtig. Nun gut, ich rief mir die Geister und bat um eine fließende und störungsfreie Rückkehr nach Brandenburg in mein Zuhause. Das lief auch alles ganz gut, bis mein Zug 15 Min in Charlottenburg stand und ich bereits den Nachtbus, der nur stündlich fährt, fahren sah. So war es dann leider wirklich. Mein Bus war 5 min weg, als ich endlich mit dem Zug ankam. Nun gut, ich nahm mir ein Taxi und der Taxifahrer – er war nett – wollte dann smaltalktechnisch wissen woher ich kam und was soll ich sagen, außer der Wahrheit „Ich komme von den Schamanentagen.“ „Von was?“ war seine ungläubige Antwort und ich erklärte ihm, dass Schamanen die Medizinmänner der Urvölker sind. Er hatte tatsächlich diesen Begriff noch nie zuvor gehört. Bumm … ich war in der Realität gelandet.

So war es und so komm es. Gerade die Begegnung mit dem Taxifahrer zeigt mir, dass noch viel zu tun ist. Wenn man sich viel mit spirituellen Menschen umgibt, verliert man schnell die anderen Menschen aus dem Blick, aber diese müssen wir noch erreichen und es sind viele.

Gesegnete Grüße,

eure Kerstin