~ Liebe in allen Facetten ~

Am Montagabend blickte ich auf den Tag zurück. Es war ein Tag voller Lachen, Ruhe, Schmerz und auch Tränen. Und alles davon war Liebe.

Ich freute mich schon am Morgen sehr auf das schamanische Ambulatorium mit Donald Guß (hier werden Klienten schamanisch behandelt unter Aufsicht eines Supervisors). Ich wusste, es würde das letzte Ambu mit ihm sein und das machte mich schon etwas 20180606_085904 bearb Logo kleinertraurig. Aber ich freute mich auf all meine schamanischen Schwestern und Brüder und darauf mit ihnen gemeinsam zu wirken. Voll Freude stieg ich in den Zug nach Berlin und neben mich setzte sich eine Frau mit ihrer kleinen, wirklich zauberhaften Hündin Lilli, genannt Lulu. Diese Beiden waren so wundervoll zusammen. Die Frau spürte was ihre Lilli will und die Lilli schenkte all ihre Liebe ihrem Frauchen. Mal saß Lilli auf dem Schoß und kuschelte sich an ihr Frauchen, streckte den Kopf genau so, dass sie auf die Stirn ein Küsschen bekommen konnte, dann lag sie wieder ganz lieb zwischen den Füßen und entspannte sich. Es war ein auf und ab und hoch und runter, aber mit so viel Liebe und Zartheit. Es berührte mein Herz sehr und ich wünschte mir wirklich, noch viel mehr Menschen würden genau solch eine Beziehung zu ihrem Tier haben – so innig, sanft und liebevoll. Sie zauberten mir einfach ein Lächeln aufs Gesicht und ins Herz.
So wie es in Berlin üblich ist, gab es wieder Baustellen, Ersatzverkehr und mehr, und daher fuhr ich diesmal anders in die Samuel-Hahnemann-Schule, dort finden das Ambu und alle schamanischen Ausbildungen statt. Ich saß in der S-Bahn und das seit langer Zeit mal wieder … „Ich gehöre nicht hier hin.“ … diese Erkenntnis hatte ich nicht zum ersten Mal, aber das erste Mal obwohl ich auch die Schönheit Berlins (Parks, nette Menschen etc.) wieder wahrnehmen konnte. Ich fühlte mich fehl am Platz und dabei spürte ich wieder die Liebe in mir, diese Liebe zu mir. Auch das war wunderschön für mich.
In der Samuel-Hahnemann-Schule angekommen waren die Begrüßungen herzlich und voll von Umarmungen, lieben Worten und Zärtlichkeit. Wir Menschen berühren uns zu selten positiv – sowohl körperlich als auch seelisch. Im Kreis dieser Menschen ist es wirklich wie ein wohliges Schaumbad – wärmend, nährend, Ruhe spendend, Kraft schenkend … ich möchte es nicht mehr missen müssen. Die schamanischen Behandlungen waren toll und dann näherte sich der Abschied von Donald. Er ist mir in den letzten 1,5 Jahren sehr nah gekommen. Ich liebe und verehrte ihn sehr. Er ist ein großartiger Mensch, der mit seinen Worten den Weg zu einem findet und genau spürt was für Energien gerade in einem unterwegs sind und was man braucht. Er war mir ein großer Lehrer, dem ich von Herzen für seine Lehren danke – besonders für seine Lieder und Worte; ach, für sein ganzes Sein. Bei mir flossen die Tränen in Strömen. Und doch weiß ich, er ist nicht aus der Welt und das tut sooo gut.
Im Anschluss unterhielt ich mich mit einer schamanischen Schwester über die Liebe und über Dualseelen. Ein schmerzhaftes Thema der Liebe, das ich selber nur zu gut kenne. Einige Zeit konnte ich das bzw. ihn gut „bei Seite schieben“, aber durch das Gespräch kamen Gedanken und Gefühle wieder hoch. Liebe, Liebe die weh tut, bleibt und doch unmöglich ist. Eigentlich mochte ich diese Worte Seelenpartner, Seelenverwandter, Dualseele nicht wirklich, weil wir doch alle aus einer Kollektivseele stammen und daher alle irgendwie verwandt sind und zusammenhängen. Nun gut, irgendwann erzählte ich einer schamanischen Schwester die Geschichte von ihm und mir und sie sagte „Lies mal etwas über Dualseelen. Das hört sich ganz danach an.“. Und ich las noch am selben Tag darüber und mir lieb der Mund offen stehen. Seit dem weiß ich was es ist und warum und dass es für uns kein Zusammensein geben wird, aber die Liebe bleibt. Irgendwann wird die Heilung abgeschlossen sein – wer weiß in welchem Leben – und dann ist auch ein Zusammensein möglich, aber im Hier und Jetzt, in diesem Leben, wohl leider eher nicht. Eine Erkenntnis die schmerzt, aber auch wirklich gut ist. Auch das ist eine Facette der Liebe. Und ich danke der schamanischen Schwester für dieses Gespräch und Erinnern.
Der Tag neigte sich dem Ende und ich durfte noch ein ganz berührendes und liebevolles Gespräch mit einer Hündin und ihrem Menschen führen. Auch diese Beiden liebten sich so unglaublich doll. Sie waren so glücklich sich zu haben und gemeinsam durch Dick und Dünn zu gehen. Dieses innige Verhältnis der Beiden … sooo schön und herzerwärmend.

Dies sind die Momente wofür ich lebe und liebe, wofür ich bin wer ich bin und tu was ich tu. Es sind Augenblicke des Herzens und diese gibt es jeden Tag meines Lebens, egal ob ich lache oder weine, ruhig bin oder tobe, langsam bin oder stürme … sie sind immer da und ich danke ihnen dafür.

Und ich danke dieser einen, ganz besonderen Freundin und Schwester, die mir so nah ist und mit der ich so eng verbunden bin und das über so viele Kilometer.

Danke für dieses Leben.

Eure Kerstin