~ Angst ~

Habt ihr euch schon einmal mit euren Ängsten beschäftigt? Ich mein jetzt nicht die Ängste denen ihr euch bewusst seid, sondern die Ängste denen ihr nur sehr schwer auf die Schliche kommt.20170805_070043 bearb Logo kleiner

Ich selber hatte diverse Phobien und ich kann jetzt wirklich guten Gewissens sagen „hatte“, denn meine Agoraphobie, soziale Phobie etc. sind auf einem normalen Level, für mich persönlich. Ich glaube, dass sich niemand oder nur sehr wenige sich in einer überfüllten U- oder S-Bahn wohlfühlen oder in einem Raum mit vielen fremden Menschen … um es einfach mal übertrieben auszudrücken. Aber wie gesagt, ich meine gar nicht diese Ängste. Die Existenzangst ist wohl eine Angst die die meisten mit sich tragen und damit wird ja auch in unserer Gesellschaft bzw. der Politik gespielt. Diese Angst wird ausgenutzt um uns im Griff zu haben und das machen sie ziemlich gut – leider. Nur was ist wenn wir wütend sind? Ist es dann wirklich Wut oder was steckt wirklich dahinter? Habt ihr euch die Frage mal gestellt? Ich mir bisher nicht, aber seit gestern Abend stelle ich sie mir öfter und ich schaue hinter so einige Dinge bei mir gerade. So habe ich aktuell meine Mutter bei mir. Wir unternehmen einige Dinge, aber wir wollen auch einfach ausmisten, weil es auch einfach zu zweit besser und leichter geht. Allerdings meldet sich da bei mir ein sehr alter Bekannter, der Perfektionismus. Eine echt üble Gestalt, die mich schon mein Leben lang begleitet und mir mein Leben sehr oft sehr schwer gemacht hat. Teilweise habe ich Dinge gar nicht erst in Angriff genommen wegen ihm, weil ich es ja eh nicht perfekt machen konnte. Manche Sachen konnte ich dann anders machen und ihn umgehen, aber andere … ja, da steht er bzw. ich mir selber im Weg. Nur was steckt hinter dem Perfektionismus? Ich bin auf eine schamanische Reise gegangen und hab geschaut was ich tun kann, aber ich selber habe bisher noch keinen Weg gefunden, also versuche ich einen anderen Weg. Der Drang perfekt zu sein bzw. Dinge perfekt zu erledigen oder zu erschaffen liegt in meiner Kindheit, ob so etwas genetisch sein kann, weiß ich nicht. Aber natürlich ist der Drang geliebt und gelobt zu werden und sich etwas besonders zu fühlen da gewesen, nicht unbedingt bewusst, weil wir ja alle Mechanismen in uns tragen die wir gar nicht durchschauen oder bewusst steuern. Und der Perfektionismus begleitet mich noch immer. Und unter ihm steckt eine tiefe Angst nicht geliebt zu werden, wenn ich nicht perfekt bin. Das seltsame ist … ich werde trotzdem geliebt. Ich werde mit und für meine Fehler geliebt und auch für meine schlechten Zeiten. Ich werde geliebt, wenn ich gut bin und auch dann, wenn ich weine und etwas nicht hinbekomme. Und trotz allem ist der Perfektionismus noch immer ein Teil von mir. Ich bin gespannt wie er sich mit all meinen Veränderungen verändern wird. Und er wird sich verändern, dessen bin ich mir sicher, denn nichts bleibt wie es ist, wenn irgendwo eine Veränderung stattfindet.

Welche Ängste trage ich noch mit mir herum? Ich habe ganz klar Angst davor keine Wohnung zu finden. Es ist einfach grauenhaft und wirklich traurig, wie schwer es ist eine Wohnung zu bekommen. Ich habe Angst Weihnachten und Silvestern noch hier in dieser Wohnung zu verbringen, mit ihm. Ich habe Angst davor nie Kinder zu bekommen. Hey, ja, ich bin „erst“ 35, aber diese Angst trage ich schon viele Jahre mit mir herum. Ich habe Angst mit meiner Selbstständigkeit zu scheitern und nicht den Menschen so helfen zu können, wie ich es mir von Herzen gern wünsche. Ich habe Angst noch mehr Menschen in meinem Leben zu verlieren, aufgrund von Tod oder Trennung oder Auseinanderleben. Ich habe Angst davor Menschen als Freunde zu bezeichnen um dann wieder zu erkennen, dass ich Freundschaft anders verstehe. Ja und ich habe auch Angst davor nicht mehr geliebt zu werden, von euch, von den Menschen in meinem Leben und von diesem einen Mann, der mich schon so viele Jahre begleitet und dem ich mich so sehr verbunden fühle. Und natürlich habe ich auch Angst davor mich nie wieder zu verlieben oder einen Mann an meiner Seite zu haben. Mein Romero kommt gerade kuscheln und ja, auch da habe ich Angst. Ich habe Angst davor, dass meine zwei Raubtiere krank werden und wenn sie dann eines Tages sterben werden. Angst ist ein so großes Thema, ich glaube nicht nur in meinem Leben, sondern sicherlich auch in eurem.

Ja, ein Teil dieser Ängste sind sehr bewusst und oft präsent, andere tauchen nur ab und zu auf und andere habe ich mir wirklich hart „erarbeitet“ und entdeckt. In mir werden noch ganz andere Ängste schlummern und irgendwann werde ich sie entdecken, aufdecken und mit ihnen arbeiten.

Was kann ich dagegenstellen? Die Liebe (!!!) zu meinen Raubtieren, zu meiner Familie, zu meinen EngelWolf-Brüdern und -Schwestern, zu mir (ganz klar!), zum Leben (trotz oder gerade wegen der ganzen Abenteuer), zu all den Menschen und Tieren denen ich helfen darf und kann, zur Liebe selbst und zu jedem Wesen auf dieser Erde. Ich liebe die Tauben, die Füchse, die Blumen und Bäume. Ich liebe die Feen und Elfen, Zwerge und Drachen, Einhörner und Pegasus … die Sonne und den Mond, das Oben und das Unten, das Innen und Außen, die Träume und Wünsche … es gibt so viel zu lieben und daher kann ich all meinen Ängsten auch ganz viel Liebe entgegenstellen. Das ist kein Krieg, kein Kampf kein Gut gegen Böse, kein Besser oder Schlechter … es sind nur zwei Pole, so wie schwarz und weiß, rot und grün, blau und gelb oder wie ihr es auch immer beschreiben wollt. Ebbe und Flut …

Weinen und Lachen

Die Liebe und die Angst als Grundgefühle auf die sich alle anderen Gefühle aufbauen – dieser Ansatz ist nicht neu oder von mir erfunden, aber doch immer wieder beobachtens- und durchdenkenswert. Forschen wir doch mal in uns nach, wenn wir wütend sind oder toben oder traurig – was steckt wirklich dahinter? Eine ganz schön große und schwierige Aufgabe, aber ich würde es einfach mal als Forschungs“objekt“ bezeichnen und mal schauen was ich da so in mir entdecke, wenn ich zu keinem Ergebnis komme oder kein Wundermittel finde, dann ist es auch in Ordnung, denn ich bin ein Mensch und nicht perfekt.

Wie kam ich eigentlich auf das Thema „Angst“? Ich lese gerade das Buch „Wiedersehen im Café am Rande der Welt“ und dieses Buch lässt mich mal wieder sehr viel nachdenken. Auch das Thema „Ebbe und Flut im Leben“ ist etwas worüber ich im Moment nachfühle … aber dazu ein anderes Mal.

Ich wünsche euch eine wundervolle Zeit, in der ihr euch liebt egal wieviel Angst ihr habt.

Ich danke euch von Herzen, dass ihr immer wieder meine Worte lest und mir folgt und bei mir bleibt. Dankeschön.

Alles Liebe, eure Kerstin

2 Gedanken zu “~ Angst ~

  1. Hallo Kerstin!
    Ich habe deinen Eintrag gerade durch Zufall entdeckt und bin sehr froh darüber. Denn deine Worte haben mich berührt, weil ich mich sehr oft wiedererkannt habe. Ich bin auch gefühlt eine der schlimmsten Perfektionisten, die auf diesem Planeten wandeln … Naja das ist nicht immer schlecht, aber dadurch stehe ich mir und meinem eigentlichen Potential so oft im Weg. Ich weiß nicht woher das bei mir kommt, weil ich eine schöne Kindheit hatte / habe und eigentlich so gut wie immer das Gefühl habe, geliebt zu werden. Ich bin eine sehr selbstständige und ja eigentlich auch selbstbewusste Person, die ihren Wert kennt. Aber ich glaube mein Problem ist es, dass ich mir nicht so gut Schwäche eingestehen kann, nicht einmal vor mir selbst und Angst habe vor anderen oder mir zu versagen. Mich überrascht diese Erkenntnis gerade selbst, mir war das nie zuvor so bewusst … bis ich deinen Post gelesen habe.
    Dem Eindruck nach, den ich mir gerade von die gemacht habe, bist du eine tolle Frau, die es Wert ist, geliebt zu werden. Und egal, was du gerade durchmachst oder was für Ängst dich plagen, wenn man mal selbst versucht von seinen (manchmal selbst erzeugten) „Problemen“ etwas Abstand zu bekommen, sind diese aus einer anderen Perspektive gar nicht mehr so schlimm, wie es einem manchmal vorkommt.

    Wie auch immer, ich wünsche dir, dass du deinen Weg gehst und das ganz unbesorgt, denn letztendlich wird immer alles gut!

    Alles Liebe!
    Anna

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    • Liebe Anna,
      vielen Dank für deine Worte und das Stolpern über meine Seite. Schön, dass du mich gefunden hast. 🙂
      Ja, Abstand zu all unseren Ängsten, Problemen und Prozessen zu nehmen, um sie aus einer anderen Perspektive zu betrachten ist sehr wichtig, aber oft schaffen wir es in akuten Situationen nicht, aber dafür haben wir ja oft Menschen an unserer Seite, die dann da sind und uns dabei helfen – zumindest wünsche ich es uns allen.
      Ich wünsche dir alles Liebe und freue mich wieder von dir zu lesen.
      Liebe Grüße, Kerstin

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