~ vom Weg zur Selbstliebe ~

Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, aber ich kenne es nur zu gut…

Ich bin nicht immer sehr nett zu mir.

Ich bin manchmal echt gemein zu mir.

Ich sage Dinge zu mir, die mich selber verletzen.

Eines Tages wollte jemand von mir wissen, was ich denn so zu mir sagen. Dass das nicht schön ist und alles andere als nett, wusste ich, aber ich hatte mich auch irgendwie daran gewöhnt. Wenn man immer wieder, die selben Worte und Sätze zu sich sagt, dann findet eine Gewöhnung statt und irgendwann hat man sich so sehr daran gewöhnt, dass man sie gar nicht mehr so schlimm findet und noch schlimmer, man bemerkt noch nicht einmal mehr wann man sie zu sich sagt. Sie verletzen dennoch und tun weh und sie hindern und blockieren uns. Sie sind noch immer nicht gut für uns, aber wir haben sie dann so sehr in uns aufgenommen, dass sie zu uns zu gehören scheinen. Ja, und dieser Mann, der von mir gern diese Worte ausgesprochen hören wollte, war geschockt. Ich werde wohl sein Gesicht nicht vergessen. Er war wirklich entsetzt und auch verletzt, was ich zu mir sagen konnte. Vor allem sagte ich diese Worte und Sätze einfach so aus dem Stand heraus. Ich hatte keine Mühe und auch keine große Emotion dabei. Als ich ihn dabei ansah, wusste ich, dass das was ich zu mir sagte echt brutal ist. Ich begann darüber nachzudenken und mich noch besser zu beobachten.

Ich merkte irgendwann, wann ich was sagte. Wenn ich z.B. mal die Schnürsenkel nicht richtig band, dann kam „Mensch bist du doof!“ oder wenn ich was fallen gelassen oder vergessen hatte, dann sagte ich „Wie blöd kann man eigentlich sein?!“ oder „Bin ich bescheuert?!“ usw. Wenn ich diese Worte jetzt lese, dann ist es echt hart. Aber ich frage euch, wer kennt es? Ich glaube es gibt viel mehr Menschen als gedacht. Wie oft werden genau diese Worte so ganz nebenbei gesagt, schon fast unbemerkt? Ich habe kürzlich meine Mutter dabei erwischt und sie darauf hingewiesen. Sie meinte „Das war doch gar nicht so gemeint.“ und ich erklärte ihr, dass diese Worte dennoch eine Kraft haben. Mir ist schon vor einer ganzen Weile aufgefallen, dass ich genau diese Worte und Sätze, dieses Konstrukt des selber-fertig-machens von meinen Eltern kenne und wir das alle samt sehr gut praktiziert haben. Ich habe dann angefangen mich nach solchen Sätzen bei mir zu entschuldigen, ich wurde wachsamer und mir fiel immer häufiger auf, wenn ich so etwas zu mir sagte. Irgendwann bemerkte ich die Situationen wo es passierte und ich spürte, wenn es sich in mir aufbaute. Ich konnte es dann sehen und lassen. Aber irgendwie reichte es nicht, denn außerhalb der ganzen missglückenden Situationen liebte ich mich nicht sonderlich. Mein Körper, naja, er ist nicht gerade der Schönste. Ich habe zu viele Kilos auf der Hüfte und bin „weiblicher“20170513_162927 bearb Logo kleiner als ich gern hätte. Aber mein Schweinehund ist auch echt groß. Irgendwann wurde mir dann klar, dass ich mich selbst dann nicht lieben würde, wenn ich Modelmaße hätte. Warum? Weil ich mich damals nämlich nicht geliebt habe. Ja, ich war mal schlank, sehr schlank. Und doch war ich nicht schlank genug für die Außenwelt und wurde dennoch gehänselt und gemobbt. Ganz subtile Dinge wurden gesagt, die ich aber in mich aufnahm und manifestierte. Weder damals noch heute (bis vor einigen Monaten) konnte ich sagen „Ich liebe mich!“. Ich rede nicht davon, dass ich alles an mir liebe, ich muss auch gar nicht wissen, was genau ich an mir liebe, aber nur einfach diese Worte „Ich liebe mich!“ waren ein Ding der Unmöglichkeit. Sie kamen mir nicht über die Lippen. Ich konnte sie noch nicht einmal denken. Ich stellte mich also nackig, und das ist echt nicht mein Ding, vor den Spiegel und sah mich an. Polster, Dellen, Narben, Kratzer, Pickelchen … ich sah einfach alles. Ich fand mich einfach nur hässlich, schon eher abartig. Wie sollte ich so jemandem sagen, dass ich es liebe? Also fing ich an mich weiter anzusehen und Dinge zu suchen, die ich schön fand – meine Augen, meine Lippen. Gut, mit denen konnte ich leben, auch wenn das eine Auge kleiner ist als das Andere und meine Lippen eine Macke von einem Fahrradsturz haben … seht ihr was ich gemacht habe? Das was ich eigentlich schön fand, hab ich auch noch abgewertet. Ich habe mich abgewertet. Ich habe MICH abgewertet. Dabei bin ich es wert geliebt zu werden. Ich bin wertvoll. Warum darf ich nicht Dellen, Polster, Narben, Kratzer und Pickelchen haben? Was ist denn bitteschön perfekt? Also fing ich an mich jeden Tag vor den Spiegel zu stellen, nackig, und mir zu sagen „Ich liebe mich!“ „Ich liebe mich!“ „Ich liebe mich!“ … immer und immer wieder. Das war schwer, verdammt schwer. Mal heulte ich, mal schaute ich mich mit leeren Augen an und irgendwann konnte ich dann tatsächlich mal lächeln. Aber ich schaute mich dabei immer an. Ich schaute mir meinen Bauch und meine Hüfte an, aber dann sah ich mir auch in die Augen. Ich wollte, dass mir bewusst wird, dass ich MICH liebe und nicht das 18jährige schlanke Mädchen mit 50kg. Und mittlerweile kann ich wirklich sagen, dass ich mich liebe. Ich liebe nicht alles an mir und ich liebe mich nicht zu 100%, aber ich kann diese Worte überhaupt sagen. Kannst du das auch? Manchmal schau ich in den Spiegel und denke „Es gibt auch sehr weibliche Göttinnen. Die waren nicht alle gertenschlank.“ und dann erkenne ich die Göttin in mir. Und die tragen wir alle in uns. Also liebe ich mich. Und ich versuche liebevoller zu mir zu sein. Ich bin gnädig mit meinem Körper, denn ich habe nur den einen. Ich zwinge mich also nicht zu Diäten oder zu Sport, denn das liegt mir nicht. Das bedeutet nicht, dass ich nicht auf mich achte, aber mein Ziel ist meine innere Liebe für mich und wenn ich diese vollständig erlangt habe, dann ist mehr passiert, als jede Diät bewirken kann. Denn was nützt es mir, wenn ich wieder 50kg wiege und mich dann noch immer nicht liebe? Wenn ich mich jetzt nicht lieben lerne, dann auch nicht mit weniger. Und diese Liebe zu mir, wird auch mein Außen bewegen.

Ich liebe mich und ich finde mich an manchen Tagen echt schön. Und das freut mich so. Denn es ist ein guter Pol zu all den manifestierten Worten und Sätzen in mir, die ich noch immer in mir trage. Sie schlummern in mir und warten nur auf den Moment, an dem ich nicht so wachsam bin und erkenne was gerade passiert.

Ach und da gibt es noch so viel mehr Dinge. Kennt ihr das auch, dass man die schlechten Dinge über sich eher annehmen kann als die Guten oder gar ein Kompliment? Also ich kenne das nur zu gut. Wenn ich gesagt bekomme, wie hübsch ich bin, dann bin ich nicht nur verlegen, nein, es ist mir richtig unangenehm und ganz oft passiert es, dass mein Kopf sagt „Die kennt mich doch gar nicht wirklich.“. Komplimente anzunehmen ist echt schwer. Irgendwie bin ich immer wieder der Meinung man müsste mich komplett kennen, damit ich auch ein Kompliment annehmen kann. So ein Blödsinn. Man hört also nie auf sich mit seinen manifestierten Glaubenssätzen zu beschäftigen und an ihnen zu arbeiten. Es gibt im schamanischen die Aus- und Einredung. Da geht es um solche Glaubenssätze. Man redet sie erst aus und dann redet man sich neue, schöne ein. Ich weiß, dass ich echt ein harte20170513_162556 bearb Logo kleinerr Brocken bin. Und ich habe es auch schon versucht, aber noch habe in einen Mechanismus in mir, der alles wieder sabotiert, daher arbeite ich länger an einem Glaubenssatz, immer und immer wieder, bis ich ihn aufgeweicht und aufgelöst habe. Step by step.

Gebt euch also Zeit. Nehmt euch die Zeit. Und lernt euch zu lieben. Manchmal reichen die Worte aus, um etwas zu bewegen. Es muss nicht immer das große und allumfassende sein. Es darf klein sein. Worte haben eine Kraft, ob ihr daran glaubt oder nicht. Sagt „Ich liebe mich!“ und irgendwann werdet ihr euch wirklich lieben, denn diese Worte bewegen sich in euch.

Eure LIEBEvolle Kerstin

P.S.: Das schrieb ich im letzten Jahr. Auch sehr hilfreich und wirkungsvoll.
~ alte Glaubenssätze ändern ~

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