~ Achtsamkeit ~

Ich stand heute an der Haltestelle und wartete auf die Straßenbahn. Eine Nebelkrähe räumte die Steine im Gleisbett hin und her. Zwischen den Steinen fand er immer wieder etwas Essbares. Essen von Menschen. Es lagen auch Zigarettenstummel, Papiere und Plastikstücke herum. Ich fragte ihn, ob das wirklich gut für ihn wäre, was er da fressen würde und er meint „Ihr Menschen seid echt dreckig. Ungeachtet lasst ihr alles fallen und meint wer anderes würde es wegräumen. Ihr seid dumm. Für mich ist das hier gerade einfaches Futter. Nicht besonders gut, aber schnell gefunden.“. Er suchte noch einen Moment weiter und flog dann davon. Die anderen Menschen an er Haltestelle sahen ihn noch nicht einmal wirklich. Vielleicht nahmen sie ihn kurz wahr, aber sie begriffen sicherlich nicht, was vor sich ging. Auf dem Steig lag noch eine aufgerissene Schachtel Minisalamie, weitere Zigarettenstummel, Papiere, Kaugummis und Plastik herum. Wohl eine ganz normale Haltestelle. Traurig.

Achtsamkeit, ist wohl etwas, was wir Menschen verloren haben. Rauchen im Nichtraucherbereich. Kaugummi ausspucken. Zigarettenstummel auf dem Fußweg. Rauchen im Treppenhaus. Bonbonpapier auf dem Boden. Hundehaufen auf Weg und Wiese. Wir achten die Natur nicht und wir achten einander nicht. Achten wir uns dann noch selbst? All das tun wir uns doch selber auch an und bekommen es zurück.

Ich weiß nicht, was im Moment bei mir los ist, aber ich bekomme im Augenblick sehr viele solcher Situationen vorgeführt. Da gibt es einen unverschämten alten Mann, der auf einer teuer renovierten Holztribüne raucht, obwohl sie wegen erhöhter Brandgefahr ein Nichtraucherbereich ist. Da kommen Werbeverteiler ins Haus und rauchen weiter. Oder Vertreter, die einfach die Zigarettenschachteln im Haus fallen lassen. Eltern, die ihre Kinder auffordern die Kaugummis auszuspucken. Und noch mehr. Wenn ich es direkt merke, dann sage ich etwas. Ich weise darauf hin und drücke ihnen manchmal ihren Müll einfach in die Hand und sage „Sie haben etwas vergessen!“. Ich mache mich nicht beliebt, aber das ist mir egal. Die Augen zu verschließen fände ich viel schlimmer. Vielleicht erlebe ich auch all die Situationen, um noch viel deutlicher zu werden. Um aufzustehen und zu protestieren und um den Leuten ganz klar zu zeigen, dass ich dies nicht in Ordnung finde. Zivilcourage? Naturcourage? Lebenscourage? Keine Ahnung. Aber ich werde es weiter tun. Sollte ich mal eine auf die Fr*** bekommen, dann soll es so sein, aber diese Kleinigkeiten, die die meisten Menschen einfach aus Unachtsamkeit fallen lassen oder tun, sind einfach nicht notwendig. Wie oft wurde ich doof angeguckt, weil ich mich gebückt habe, weil mein Bonbonpapier oder Taschentuch neben den Mülleimer gefallen ist. Wo ist das Problem? Oh ja, es gibt zu wenig Mülleimer und warum? Weil es Menschen gibt, die der Meinung sind, sie müssten diese umstoßen, zerstören oder anzünden. Ja, mich k*** die Menschen manchmal wirklich an. Wir sollten alle viel Achtsamer sein. Ich inklusive.

Bio, Fairtrade, Mülltrennung, Recycling etc. ich weiß nicht, was davon wahr ist und was nicht. Wie viel kann ich glauben von dem, was mir, uns allen, da erzählt wird? Ich weiß nicht alles. Ich kann nicht alles nachforschen und verfolgen, aber ich kann darauf achten, was ich tu, fallen lasse und wie ich mich im Beisein anderer Menschen verhalte. Das Mindeste, was ich tun kann, ist meinen Müll zur Tonne zu bringen, um mein Leben in der Gesellschaft, das alle Menschen, aber vor allem das Lebe der Tiere und der Natur lebenswerter zu machen und zu schützen.

20170105_203115-bearb-logo-kleinerEigentlich wollte ich euch nur von der Nebelkrähe erzählen und nun sprudelte so einiges aus mir heraus. Vieles davon hat Diskussionspotenzial und wird auch immer wieder in Medien, Foren und Internetplattformen auseinander genommen und durchgekaut. Mir geht es gar nicht um eine Diskussion und was nun wahr und unwahr ist. Ich wünsche mir lediglich, dass wir alle achtsamer sind und unseren kleinen Müll nicht einfach fallen lassen. Einen Mülleimer finden wir immer, wenn wir es wollen. Achten wir doch die Arbeit und Mühe die sich andere Menschen geben. Die Zeit, ihr Geld. All jene die unsere Wege immer wieder reinigen, die Gebäude restaurieren und versuchen die Welt zu verschönern. Lasst sie uns achten und achten wir einander. Das ist Liebe. Und ist die Liebe nicht das, woraus die Welt besteht? Liebe ist doch das, was wir alle brauchen.

Eure, euch liebende Kerstin

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