~ Wenn Geben Und Nehmen Krieg Führen ~

Es ist kein Geheimnis, dass Geben und Nehmen zusammengehören. Nur Geben ist ebenso schädlich wie nur Nehmen. Und doch tun sich einige Menschen schwer damit – so auch ich. Ich liebe meine Arbeit und jeden Tag, an dem ich mit und für einen Menschen oder ein Tier oder eine Mensch-Tier-Lebensgemeinschaft arbeiten darf, ist ein Geschenk für mich. Ich danke dem großen Geist dafür, dass ich das tun darf und dass ich die Chance bekommen haben mich an seine Gaben zu erinnern. Und doch habe ich bei all der Liebe und Hingabe einen Krieg geführt – den Krieg zwischen Geben und Nehmen. Irgendwann wurde mir mal gesagt, dass Geben gleich Nehmen ist und dass wer nicht Nehmen kann sich selber nichts wert ist. Das würde ich gern erst einmal so stehen lassen – vielleicht lass ich es auch ganz so stehen – mal schauen. Wenn ich das Nehmen mit meiner Arbeit verbinde, dann bedeutet es, dass meine Arbeit honoriert wird, indem ich einen Geldbetrag erhalte. Dieser Geldbetrag IST – er ist für den einen zu hoch und für den anderen zu niedrig. Auch das möchte ich gern so stehen lassen. Lassen wir doch das Geld einfach mal so im Raum stehen. Was ist es? Ein notweniges Übel? Zahlmittel? Problembehaftet? Schwierig? Schmutzig? Papier? Wert? Ehrung? Mit Geld wird so viel verbunden – Gutes wie Schlechtes, aber es IST etwas, was wir benötigen. Warum ist also das Nehmen von Geld so schwer? Kenn ihr auch den Satz „Man nimmt nichts von fremden Menschen an?“ und doch ist es bei Geld anders, da nehmen wir Geld von fremden Menschen. Geld ist somit in jedermanns Hand – mehr oder weniger.
Ich weiß nicht mehr wer und wann, aber in einer der Facebookgruppen ließ sich einmal eine Frau darüber aus, dass die Preise der meisten Tierkommunikatoren viel zu hoch sind und die sich doch mal überlegen müssten, was der normale Bürger dafür alles tun müsse um diese Summe aufzubringen. Und ich verstehe das vollkommen. Ja, ich denke sehr häufig „Nehme ich zu viel?“ und dann spür ich in mir eine Stimme die sagt „Nein Kerstin, es ist ok. Du arbeitest. Du gibst in jede Arbeit all deine Liebe und dein Herzblut. Du wendest Zeit und Energie auf. Du darfst dir den Ausgleich nehmen. Und nein, es ist nicht zu viel. Du gehst auf die Menschen ein. Jeder kann sagen bis wohin er finanziell gehen kann und mit dir kann man reden. Du bist manchmal auch einfach zu nachgiebig und nett. Du musst niemandem etwas anbieten, sie alle sind eigenständige Persönlichkeiten und können fragen, wenn sie es wollen.“ und so sitze ich dann da und halte diese Worte. Ja, mein Stundenlohn ist höher, aber er ist nicht unverschämt und auch nicht dreist oder gar überzogen. Er darf so sein und ich arbeite flexibel, d.h. eine Tierkommunikation oder schamanische oder Matrix-Arbeit kann auch vom Klienten zeitlich begrenzt werden.
Und in diesem Zustand beruhigt sich der Krieg zwischen Geben und Nehmen. Es kehrt Ruhe ein und man hört einander zu. Es wird erkannt, dass nicht Geben nur Geben ist und Nehmen nicht nur Nehmen, sondern in jedem ein Teil des Anderen existiert. Die Extreme sind gar nicht so extrem wie sie immer nur glauben. Sie sind nicht so rein wie sie denken. Nicht schwarz, nicht weiß, sondern immer ein Hauch von grau. So können die Pole zusammenwachsen, sich umarmen und vertragen. Und nach all dem Streit, Geschrei und Krieg, jetzt wo die Stille einkehrt, Ruhe sich über alles legt, kann man sie hören – ein leises, zartes Wimmern. Ein Weinen, unterdrückt und einsam. Ich setze mich hin und höre den Tränen zu. Nehme es in den Arm und wiege es sanft, bis es auf meinen Schoß klettert, immer kleiner wird und mit mir verschmilzt. Die Verzweiflung. Ja, es ist Verzweiflung über den Wunsch zu Geben aber nicht Nehmen zu wollen. Diesen Krieg immer wieder zu führen und dann zu spüren wie sie sich gegenseitig behindern, wie der Krieg alles fernhält. Und dann kommt die Konkurrenz. Stark und mächtig betritt sie den Platz … alle jubeln erst und sind voller Kraft und Stärke und Mut und Kühnheit … doch dann macht sie alles platt, mäht alles nieder und reißt jedem die Beine weg. Nichts steht mehr, nicht lebt mehr und vor allem jubelt nichts mehr. Alles ist tot und der Grund sind wir selbst.

20170307_190351 bearb kleiner#Als die Verzweiflung mit mir verschmilzt wachse ich. Ich werde größer und größer und überrage alles. Ich blühe auf und strahle, strecke mich der Sonne entgegen und zeige meine Farbenpracht. Und neben mir tun es so viele. Wir werden zu einer bunten Blumenwiese. Hunderte Farben, Düften und Blüten zeigen sich der Sonne und den Bienen und es gibt Millionen von Bienen und tausende Blüten, jede anders und jede hat ihren Platz. Ihre Wurzeln gleichen einem Netzwerk, indem sie kommunizieren und sich liebevoll begegnen ohne Missgunst, Neid oder gar Konkurrenzgefühl. Jeder weiß von seinem Platz und seiner Schönheit, seiner Ausstrahlung und seiner Anziehungskraft. Jeder hat genug Bienen und Licht um zu wachsen.
Warum also müssen wir uns gegenseitig unterbieten? Warum müssen wir uns verschenken, um einander etwas zu Nehmen? Geben wir uns doch unseren Raum, unseren Kreis und lasst uns vernetzen, auf das wir gemeinsam wachsen und gedeihen.

Und wo ich diese letzten Worte schreibe, muss ich an den „magischen Sonntag“, vom 26. Februar, denken. Er war wunderschön, aber er hat seine ganz eigenen Worte verdient.

Was ist also mein Wunsch? Was wünsche ich mir für mich und für alle andern? Für mich wünsche ich mir Mut selber auf Entdeckungsreise zu gehen. Selber zu erfahren wie schön es ist jeden Schritt zu machen und daran zu wachsen. Ich wünsche mir den Mut mein Licht leuchten zu lassen, egal ob sich jemand daran stört und ihm dann dennoch in Liebe zu begegnen. Ich wünsche mir für uns alle, dass wir erkennen wie schön es ist, wenn wir gemeinsam leuchten, egal wie hell jeder ist und ganz egal ob es da jemanden gibt der heller leuchtet. Ich wünsche mir für uns alle, dass wir unsere Räume respektieren und ehren und sie uns gegenseitig schenken. Das wir uns gegenseitig schenken und hingeben und so ein großes Ganzes werden. Wir uns gegenseitig bereichern und Wachstum schenken ohne Hintergedanken, sondern aus reiner Liebe zum großen Ganzen. Mag sein, dass es für manche illusorisch klingt, vielleicht auch naiv oder dumm, aber ich schreibe aus meinem Herzen und mein Herz ist nicht dumm, naiv oder illusorisch, mein Herz ist sehr klug, so wie alle Herzen. Also lasst doch die Herzen entscheiden und nennt nicht etwas Herzentscheidung wenn es doch ganz andere Gründe hat. Ja, Herzen sollten entscheiden … wer weiß wie es dann hier wäre.

In Liebe, eure Kerstin

~ © Kerstin Kochler

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