~ Drachenreise zur 4.Rauhnacht ~

20161210_182854_001-bearb-logo-kleinerEs war dunkel. Die Schwärze umschloss mich. Noch bevor ich den Gedanken haben konnte mich umzusehen, wurde mein Blick von einem Objekt in der Luft gefesselt. Ein lilafarbener Kreis drehte sich gegen den Uhrzeigersinn in der Luft. Langsam, aber unaufhörlich. Ich beobachtete dieses lila Objekt, welches so leuchtete und sich drehte eine Weile und irgendwann nahm ich es als Gestalt war und ich konnte den Kopf eines Drachen erkennen.
Sein Blick war starr und entschlossen nach vorn gerichtet – zu seinem Schwanzende. Augenblicklich erklang das Wort „loslassen“ in meinem Kopf. Hinter mir stand mein Feuerdrache und treuer Begleiter Dargo und ich fragte ihn, was mit diesem Drachen sei und wie lang er dies bereits tat. Dieser Drache jagte nicht seinen Schwanz, aber er konnte nicht aufhören ihm zu folgen und dies tat er bereits einige hundert Jahre lang. Ich fragte Dargo wie ich ihm helfen könne bzw. ihn soweit unterbrechen konnte, dass er mich wahrnahm.
Der lila Drachen“kreis“ senkte sich langsam in Richtung Boden, so dass er beinah auf meiner Augenhöhe war. Und ich sagte „Loslassen ist frei sein – Freiheit und Frieden.“. Die Blicke, des Drachen und mir, trafen sich ab und zu, für nur wenige Millisekunden. Irgendwann wendete sich der Blick des Drachen mir immer häufiger zu und dann hielt er mal kurz und sah mich genauer an, aber der Drang seinem Schwanz zu folgen war noch größer und so drehte er sich wieder, bis er wieder irgendwann einmal anhielt und sich dann doch wieder drehte. Es dauerte eine ganze Weile. Ich blieb geduldig stehen und wartete darauf seine Aufmerksam zu bekommen. Nach einer Weile streckte ich meine Hand aus und berührte sanft seinen Schuppen, während er sich drehte und nach und nach schenkte er mir immer mehr Aufmerksamkeit und dann war er soweit, dass ich ihn ansprechen konnte. Und ich fragte ihn, warum er immer nur seinem Schwanz folgte. Eine Antwort bekam ich nicht. Ich spürte seine Unsicherheit und den Drang in alte Muster zurück zu kehren. Also schenkte ich ihm eine einzelne Margerite und sagte ihm, dass wenn er sie einpflanzen würde und gut pflegte, dann würde ein toller Margeritenbusch wachsen und dies wäre doch ein tolles Ziel. Und um ihn noch weiter zu unterstützen schenkte ich ihm eine große goldgelbe Glasperle. Wenn er durch sie sehen würde, dann würde er seine Kreisläufe erkennen und Wege finden diese zu durchbrechen. Eines Tages würde er es ohne Hilfe schaffen und sein Licht in die Welt tragen.
Step by Step. Jeder Schritt ist wichtig auf dem Weg der Heilung und so konnte ich diesen wunderschönen Drachen bleiben lassen. Ich hatte ihm Impulse gegeben und nun würden diese in ihm wachsen und sich manifestieren, bis er frei sein würde.

Die Margerite steht für Natürlichkeit und unverfälschtes Glück. Welch tolle Symbolik, die ich erst nach der Reise erfuhr.

~ © Kerstin Kochler