~ Licht & Dunkelheit ~

Wie jeden Abend stand ich am Schlafzimmerfenster und schaute hinaus.DSC_0023 bearb Logo Es waren einige neblige Tage gewesen und jetzt in der Dunkelheit war alles so mystisch. Ich schaute zur Laterne und es war wunderschön ihr Licht zu sehen und durch den Nebel wirkte es noch einmal ganz anders – beinah zauberhaft. Und so wie ich die Laterne und ihr Licht beobachtete, konnte ich den Nebel in ihrem Licht tanzen sehen. Ganz sanft bewegten sich die Nebelseelen und tanzten einen wunderschönen Tanz. Sie wirbelten umher, schaukelten hin und her, drehten sich und sprangen vom Licht in die Dunkelheit und zurück. Ein zauberhafter Tanz – magisch und faszinierend. Und ich war dem Licht so dankbar, dass er diesen Tanz mir zeigte. Und ich war der Dunkelheit so dankbar, dass er diesen Tanz mir zeigte. Ohne Licht keine Dunkelheit und ohne die Dunkelheit hätte ich das Licht und den Neben nicht sehen können.

Es gibt in der esoterischen Welt leider sehr viele Menschen die behaupten, dass man nur ins Licht „gehen“ muss und stellen sich als sehr „erleuchtet“ hin. Sie hätten das Licht gefunden und daher wären sie rein und glücklich und und und … welch ein Unfug, welch eine Illusion. Ich lebe im Licht und in der Dunkelheit. Ohne das eine kann ich das andere nicht wahrnehmen und genießen. Ich habe so viele Jahre in der Dunkelheit gelebt und das Licht nicht gekannt, aber deswegen hasse ich die Dunkelheit nicht. Die Dunkelheit ist wie ein alter Freund, den ich lange gehasst und verdammt habe, aber jetzt habe ich mich mit ihm ausgesprochen und wir sind im Frieden miteinander. Und das ist für mich die viel größere Kunst und Gnade – das Wandeln zwischen Licht und Dunkelheit.

Ich wünsche euch ein leichtes und liebevolles Wandeln zwischen Licht und Dunkelheit.

~ © Kerstin Kochler