~ Makel ~

Makel. Wir alle haben sie. Manche sind uns bewusster, andere nicht.

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Wir können statt Makel auch Probleme, Süchte, Fehler, übersteigerte Antriebe oder so dazu sagen. Egal wie wir es nennen, wir sind nicht perfekt. Niemand ist perfekt. Und doch ist der Perfektionismus ein Makel der sehr verbreitet ist, ebenso wie unser eigener Leistungsdruck – und doch sind es wohl eher anerzogene Makel. Sind sie wohl alle anerzogen und erlernt? Und wenn „ja“, können wir sie uns wieder aberziehen und entlernen?

Vieler Makel sind wir uns bewusst – Drang nach Anerkennung und Erfolg, Nikotin- und Koffeinsucht (und ich nach Schokolade), Perfektionismus, Leistungsdruck, Medien- und Spielsucht und noch so viele mehr. Wir wissen von ihnen in uns und doch gibt es Augenblicke wo ein Makel so präsent ist, dass er uns umhaut. Nicht weil er da ist oder uns überrascht, sondern weil wir in einer Phase sind, in der er mehr Raum einnimmt als er sollte und gut für uns ist. Nehmen wir doch einfach mal Facebook als Beispiel. Viele Menschen hatten wohl mal eine Zeit, da waren sie permanent online und erreichbar. Sie haben irgendwelche Spiele gespielt und alles gepostet und geliked was möglich war und hatten den Drang selber so viele Likes wie möglich zu bekommen. Statt das Leben draußen zu genießen saßen sie am PC oder klebten am Handy. Ganz lange nimmt man es als nicht so extrem wahr, aber irgendwann macht es KLICK und dann wird einem bewusst welchen Raum dieser Makel einnimmt.

An so einem Punkt, wo mir auffiel wie viel Raum einer meiner Makel einnimmt, kam ich gestern. Die Erkenntnis war schon eine Weile da, aber gestern haute sie mich um. Und da lag ich nun, in einem Morast und mit Moos und Schleim bedeckt. Ich fühlte mich total glitschig und klebrig. Wieder hatte genau dieser Makel in meinem Leben so viel Raum eingenommen. Wieder hatte ich es zugelassen obwohl ich doch von diesem Makel weiß und wieder bin ich an diesem Punkt in meinem Leben angekommen. Und ich erinnerte mich an Worte, die ich schon vor Wochen sehr passend fand. „Unser Lebensweg ähnelt einem Kreis.“ Ja, wir kommen immer wieder im Leben an doch sehr ähnliche Punkte. Ereignisse wiederholen sich und so mancher Makel nimmt eben einmal öfter mehr Raum ein als er sollte und bestimmt somit unser Leben. Die Frage ist doch „Wie kann ich es ändern?“ „Wie komme ich nie wieder an diesen Punkt?“ „Wie kann ich diesen einen Makel loswerden bzw. kontrollieren?“. Und ich bin ehrlich, ich weiß es nicht. Ich weiß nicht wie man es schafft, dass ein Makel nicht mehr so viel Raum einnimmt, aber ich werde es für mich herausfinden. Ich werde versuchen mir meiner Makel bewusster den je zu sein und bewusster zu leben und auch bewusster jeden Schritt auf meinem Lebensweg zu gehen. Vielleicht schaffe ich es so und wenn nicht, dann werde ich irgendwann wieder spüren, dass da ein Makel ist der zu viel Raum einnimmt und dann versuche ich es anders. Aber egal wie, ich laufe weiter.

~ Aho

~ © Kerstin Kochler